José Mujica

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Neuer Beitragvon GoGandhi » Donnerstag 16. Oktober 2014, 18:07

Hallo zusammen,

Was haltet ihr von José Mujica? Ich bin absolut begeistert von diesen Menschen und dessen Lebensweise. Der gandhi des 21 Jahrhunderts.

Würde mich mal interessieren, wie ihr über ihn denkt. Und an alle die schon in Uruguay leben: merkt man eine Veränderung seid dem er 2009 zum Präsidenten gewählt wurde?

Viele Grüße,

GoGandhi
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon antaresuy » Donnerstag 16. Oktober 2014, 19:14

Also von Gandhi hat er sicher nichts.Er hat ein grosses Maul, redet zu viel und sehr oft daneben. Obwohl er die Möglichkeit hat viele gute Ratgeber zu haben,sind seine Entscheidungen oft impulsiv und nicht einmal mit der eigenen Partei besprochen.

DiePresse hat ihn gross gemacht als den ärmstenPräsidenten der Welt und dies hat er international ausgenützt. Innenpolitisch hat er viele grobe Fehler begangen die von der eigenen Partei gedeckt wurden.Die eigenePartei aber hat oft Gesetze von ihm im Parlament gebremst.

Man darf nicht vergessen,dass die Partei nicht einePartei ist, sondern eine Linkskoalition, ein Abkommen zwischen ca. 15 kleinen Parteien die von links extrem radical zu mitte links gehen. Eines steht aber fest, dieLinkskoalition verteidigt die eigenen Politiker ohne zu wissen ob dieKlagen stimmen oder nicht und wenn diese von der Justiz blosgestellt werden, dann gibt es Unterstützungsmanifestationen und Kritik an die Justiz. Also demokratisch und republikanisch nur solang sie nicht angefasst werden.

Die Vergangeheit von Mujica ist aber auch leider sehr entfernt von Gandhi. Mitgründer der TerroristengruppeTupamaros, die erste Stadtguerilla der Welt, mordete er, kidnappte er, machte Bombenattentate, floh vom Gefängnis und sass insgesamt 15 Jahre in Haft bis ihn die Amnestie nach der Diktadur freiliess (er musste sonst weitere 15 Jahre sitzen). Das Leitmotiv der Tupamaros war nicht der Kampf gegen die Diktatur wie sie heute ganz gross posaunen, sonder die Tupamaros begannen ihre Aktion 1961 in herrschender Demokratie. Sie wollten die demokratische Regierung stürzen um danach ein kubaähnliches Regime aufbauen. Die Diktatur die Uruguay durchstehen musste war ganz einfach die Folge von dieses Aktionen. Die Demokratie und Institutionen wurde durch das agieren der Tupamaros so geschwächt, dass 1973 nachdem das Militär endlich den Kampf gegen die Terroristen beendet hatte, den Putsch gab.

Seit die Linkskoaliton an der Regierung ist, wird natürlich mit der Geschichte gespielt und vieles abgeändert damit die noch lebenden Tupamarosbonzen als Helden und Märtyrer der Diktaturzeit erscheinen. Man kann die neue Geschichte abändern, doch mit der Zeit sickert die Wahrheit durch und bleibt als Geschichte. Ich bin 1955 in Montevideo geboren und habe die ganze Zeit in Uruguay gelebt. Ich weiss was Wahr ist und was nicht. Meinen Kindern musste ich klarstellen wie es in dieser Zeit war, weilsie in der Mittelschule alles falsch erklärt bekamen.

Grüsse,
Peter Stross
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon Ralph » Freitag 17. Oktober 2014, 01:28

Super Beitrag.

Danke Peter.
Liebe Grüße, Ralph
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon GoGandhi » Freitag 17. Oktober 2014, 13:47

Hallo Peter,

dein Beitrag hat mich geschockt.

Ich habe versucht Literatur oder dergleichen zu finden. Ich kann allerdings nur Artikel im Internet finden, wo er von der europäischen Presse sehr toll dargestellt wird.

Hast du irgendwelche Quellen?
Ich schenke deinen Angaben schon Glauben, aber kritisch bleibe ich dennoch. Vor einigen Tagen habe ich von einen verstörenden Artikel gelesen(glaube das war im Stern), in dem Gandhi mit Hitler gleichgestellt wurde und völlig durch den Dreck gezogen wurde. Völlig absurd...
Deshalb würde ich mich freuen, wenn du deine Aussagen tiefgründer und wenn möglich mit Quellen belegen kannst. Aber wie gesagt, interessant ist deine Einstellung zu Mujica allemal, habe bislang nur Loblieder über ihn gehört.

Gruß!
GoGandhi
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon antaresuy » Freitag 17. Oktober 2014, 15:07

Hallo,

hier ein paar Links von Wikipedia (deutsch). Wenn Du Spanisch verstehst, dann klicke auf die spanische Version. Sie ist bedeutend ausführlicher.

http://de.wikipedia.org/wiki/Movimiento ... _Tupamaros

http://de.wikipedia.org/wiki/Jos%C3%A9_Mujica

Leider kann ich im Internet nichts weiteres so schnell finden und noch weniger in deutscher Sprache. Du kannst mir glauben das es stimmt. Du musst Dich nur mit Einheimischen die über 58 Jahre alt sind unterhalten und fragen.DieAntworten werden schon kommen.

Die Tupamaros haben sogar eine ganze Stadt belagert. Es war schon gewaltig. Ein "Gaucho" wurde hingerichtet, weiler zufälligerweise gerade auf dem Land war, neben dem versteckten Ein-/Ausgang eines unterirdischen Verstecks und Waffenlagers und sah wie die Tupamaros herausschlupften.Kurzerhand wurde er hingerichtet damit der Versteck geheim blieb.

Grüsse,
Peter Stross
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon Cheetah » Freitag 17. Oktober 2014, 16:17

Unterhaelt man sich mit den Menschen auf dem Land, dann findet man andere Meinungen zu Praesident Mujica.

Unter der jetzigen Regierung, die ja nicht nur aus der Frente Amplio besteht, hat sich zumindest fuer die Menschen auf dem Land vieles verbessert.
Den Landarbeitern, die m. E. sehr ausgebeutet wurden (wie vor Jahren auch in Afrika, wo ich mal lebte) geht es besser, viel besser meist. Sie wurden arbeitsmaessig ausgebeutet und fuehrten nur zu oft ein menschenunwuerdiges Leben. Ob die Vorarbeit von vorhergehenden Regierungen geleistet wurde, das kann ich nun nicht wirklich beurteilen.
Die Kriminalitaet hat zwar in den fast 10 Jahren wo ich hier lebe zugenommen, aber sie waere vielleicht noch hoeher, wuerde es nun nicht vielen Menschen bessergehen. Minas z. B., da ging es die letzten Jahre bergauf, das sieht man ueberall. Natuerlich war davor die grosse Wirtschaftskrise wo alles im Argen lag.
Preise und Abgaben sind gestiegen, Lohnerhoehungen werden durch steigende Preise wieder aufgefressen, aber das ist nicht nur ein Problem Uruguays.

Nein, ich war nie eine Linke, aber ich sehe heute vieles mit ganz anderen Augen und gerade auch deshalb, weil ich mir jeden Tag die Politik in Deutschland ansehe. In jedem Fall ziehe ich das Leben in Uruguay vor, wo noch so vieles menschlicher ist.
Wer ein freieres und menschlicheres Leben will mit viel Natur und ohne viel "Action" der wird sich in Uruguay wohlfuehlen, genau wie ich.

LG
Cheetah
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon Martin » Samstag 18. Oktober 2014, 00:12

Man liesst ja hier aus einigen Kommentaren den tieferen Sinn der Partido Blanco zwischen den Zeilen heraus. Diese sind im Grunde so was wie die Partei der Merkel Mama. Es könnten auch Spuren der Partido Colorado sein, die immer als städtisch und fortschrittlich dargestellt wird. Aber mit ihren beiden Caudillos Jorge Pacheco Areco und Juan María Bordaberry verantwortlich für die Diktatur war, die ja angeblich von den Tubamaros angezettelt wurde. Das mag teilweise stimmen, doch wie so oft steckte da nur der Kampf um Macht, Geld und Besitz dahinter, den gerade diese Vögel auf dem Lande und in der Stadt mit allen Mitteln verteidigen wollten. Haben sie dann auch gemacht.
Stelle mach sich heute die Partido Nacional (früher Partido Blanco, deutsch Nationale Partei, Weiße Partei) an der Macht vor, die konservativ, ländlich und kirchlich geprägt ist, dann würden sicherlich Verhältnisse wie diese herrschen.
Praktikantin verliert vor Gericht: Acht Monate im Supermarkt schuften, 0 Euro Lohn http://www.spiegel.de/panorama/justiz/f ... 97765.html

Das erste was die Blancos abschaffen wollen, kämen sie an die Macht, wäre die Legalisierung des Marihuanas. Selbst in den USA hat man erkannt, dass man andere WEge gehen muss. Die Merkel Mama weiss das noch nicht. Pou und sein Kumpel Larrañaga auch nicht. Sie drohen eher damit die Strafmündigkeit für Minderjährige herabzusetzen. Wahrscheinlich würde von den Scheinheiligen auch die Abtreibung wieder aufgehoben..

Lassen wir die Kirche im Dorf. Mujica ist kein Held und kein perfekter Politiker. Den muss mir auch erst mal einer zeigen. Ghandi war einzigartig, doch war der ein Politiker? Er war weit mehr als das. Solche Leute fehlen weltweit in der Politik. Schauen wir uns das traurige Beispiel Obama an. Nichts ist geblieben von der Euphorie vor 8 Jahren, Der Mann ist fertig, ohne Ideale, ausgelaugt und in seinem eigenen Netz aus innerpolitischen Intriegen und wirtschaftlichen Interessen gefangen. Wie auch Mujica. Doch eins muss man dem Mann lassen. Er hat etwas bewegt.
Heute lese ich gerade, das seine Beliebtheit hier laut einer Umfrage in nur einer Woche von 49 auf 56 % gestiegen ist.. Irgendwas hat der Mann. Das Problem ist das Volk selbst. Ein gutes Beispiel. Im Jahre 2005 verdiente ein Polizist im Rang 2. Capo,, was der zweittiefste Dienstrang ist, 5600 Pesos bei fast dem gleichen Euro Wechselkurs wie heute. Heute verdient er über 25 000. Das Dumme ist, dass die Korruption unter den Bullen trotz dieses Anstiegs nicht abgenommen hat. Die Kriminalität auch nicht. Das hat aber nichts mit der FA zu tun, denn laut einer Statistik ist das keiner Partei in den letzten 20 Jahren gelungen, auch den Hardlinern der Blancos und Colorados nicht.
Es ist eben nie genug. Es muss immer mehr sein. Und darin liegt das Problem.
Ich weiss nur, dass in 2 Wochen eine ganze Menge von Leuten trotz Wahlpflicht ihre Stimme annulieren. Einfach nur aus dem Grund, weil sie keinem Politiker, egal welcher Couleur, etwas zutrauen.
Martin
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon antaresuy » Samstag 18. Oktober 2014, 03:19

HalloMartin,
Martin hat geschrieben:Man liesst ja hier aus einigen Kommentaren den tieferen Sinn der Partido Blanco zwischen den Zeilen heraus. Diese sind im Grunde so was wie die Partei der Merkel Mama. Es könnten auch Spuren der Partido Colorado sein, die immer als städtisch und fortschrittlich dargestellt wird. Aber mit ihren beiden Caudillos Jorge Pacheco Areco und Juan María Bordaberry verantwortlich für die Diktatur war, die ja angeblich von den Tubamaros angezettelt wurde. Das mag teilweise stimmen, doch wie so oft steckte da nur der Kampf um Macht, Geld und Besitz dahinter, den gerade diese Vögel auf dem Lande und in der Stadt mit allen Mitteln verteidigen wollten. Haben sie dann auch gemacht.

Ich bin betroffen mit Deinem Komentar. Ich habe politisch nur meine Meinung über die Regierung von Mujica geäussert und habe volles Recht es zu tun, weil ich uruguayer bin und auch wählen werde.

Fakt: die Tupamaros begannen mit ihren Aktionen 1960. Am Anfang spielten sie Robin Hood um Anhänger zu gewinnen, raubren Banken und Wechselstuben und verteilten unter den Armen. Später wurde es ernster.Dann begannen sie mit ihren Aktionen gegen den Staat zu agieren. Jorge Pacheco Areco bekam spezielle Machten vomParlament um den Kampf gegen die Stadtguerilla durchzuführen und benutzte dazu das Militär. Mitte 1972 waren die Tupamaros besiegt, doch der demokratische Staat sehr geschwächt. Im Februar 1973 unter der Regierung von Bordaberry gab es eine nicht allzustarke Revolte im Militär, die die Putschmöglichkeiten auf den Tisch brachten. Am 23. Juni kam dann der Putsch, ein Jahr nachdem die Tupamaros besiegt waren und die ganzen wichtigen Leute hinter Gittern sassen. Also der Putsch ist ein Erbe von den Tupamaros. Das ist alles Fakt und wenn Du das Schwarz auf Weiss in Papier haben möchtest, dann musst Du zur staatlichen Bibliothek (Av.18 de Julio dort wo Tristán Narvaja anfängt) gehen und in den alten Zeitungen alles durchlesen. Du kannst ja schon genug Spanisch um dies zu machen.

Zum Gesetz der Legalisierung der Marihuana kann man nur noch sagen, dass nicht einmal in der Regierungspartei die Meinungen voll dafür sind, das Gesetz wurde nur gewählt, weildiePolitiker die dagegen stimmen würden von der Partei herausgeschmissen würden (reine Demokratie und das für die Vertreter des Volkes). Die Umfragen bevor das Gesetz imParlament gewählt wurde gaben, dass 65% des Volkes dagegen war. Mujica sagte damals, wenn er nicht 60% Zustimmung des Volkes hat, würde er das Gesetz zurückziehen. Seit seinem Vorschlag gaben alle Umfragen, dass zwischen 65 und 66% der Bevölkerung dagegen war und trotzdem machte er keinen Rückzieher. Ausserdem betrachtet das Gesetz nicht die gesamte Bevölkerung und somit sind die Drogenhändler nicht arg betroffen. Ganz im Gegenteil, sie brauchen den Cannabis nicht mehr zu schmuggeln, sie können in den Plantagen stehlen oder die Apotheken überfallen die den Cannabis verkaufen. Das wird garantiert vorkommen.

Mit der änderung der Verfassung wegen Strafmündigeit.Minderjährige kommenschon heute in den Knast. Viele von ihnen haben schon mehrere Morde und Vergewaltigungen auf dem Gewissen (falls sie eines haben). Was vorgeschlagen wird ist dass die Kriminalakte von groben Delikten nicht gestrichen wird wenn sie 18 Jahre alt werden, sondern dass sie schon als vorbestraft vor Gericht kommen.

Es stimmt schon dass sich vieles gebessert hat. Es stimmt aber auch dass es nur Dank der internationalen Konjunktur zu verdanken ist die die Preise der Komodities hoch hielt und es erlaubte. Doch der Rückenwind ist schon nicht mehr so stark und in der Region sind die zwei grössten Kunden Uruguays im Schwanken. Ganz besonders Argentinien wo dieKirchners regelrecht alleszugrunde richteten wazs sie angefasst haben. Und in Brasilien schlittern sie auch in eine Rezession und somit in Schwierigkeiten. Ohne diese Kunden ist Uruguay knappe 50% Wert und im Tourismus sogar noch weniger.

Wie ich so merke bist Du faszieniert von der Linkskoalition. Ich habe schon alles gewählt, sogar Linkskoalition. Ehrlich gesagt überzeugen mich die Linken heute überhaupt nicht. Grosse Versprechungen die sich zum dritten Mal wiederholen und trozdem bis heute nicht erfüllt wurden.Mehr Beamte gibt es und mehr Bürokratie. Allein als Beispiel: Zur Zet von Battle schaffte es die Regierung Einwanderungsanträge innerhalb von 6 Monaten höchsten zu genehmigen. Schon während der Regierung von Vazquez stieg es wieder auf über 1 Jahr wie vor Battlle. Doch heute mit der Regierung von Mujica, muss ein Einwanderer im Schnitt zwischen 2,5 und 3 Jahren bis zu Genehmigung sich zu gedulden mit dem ganzen ständigen Einwanderungsamtbesuchen die Du ja schon kennst. Dazu kommt noch, dass heutezutage dasEinwanderamt nur 50 Nummern pro Tag für die Einwanderungsabteilung gibt. Toll nicht? DieLeute stellen sich manchmal um 2 Uhr in der Früh (Nacht) vor die in die Schlange um eine Nummer bei Amtöffnung um 9 zu bekommen. Die Akten wenn sie ins Innenministerium kommen liegen sie mindestens 9 Monate dort bis sie jemand in die Hand nimmt. Modernisierungwollen sie machen. Alles über PC. Zuerst müssen sie mit der eigenen Verwaltung klarkommen und mehrere Beamte rauswerfen, was sie gesetzlich nicht können. Dabei sind die Beamten im Einwanderamt die das Gesicht zeigen immer nett und freundlich. Das Problem aber sind diejenigen die das Gesicht NIE zeigen.

Leere Versprechungen der Linken: Ausbildung - seit 2005 wird es immer schlechter (zufälligerweise sind seut 2005 dieLinken am Ruder). Was siemachten ist den Gewerkschaftlern Stimmrecht in Regierungsentscheidungen über Ausbildung zu geben (blendende Idee, sie blockierten allevorgeschlagenen Änderungen); Gesundheit: Patienten sterben vor den Türen der staatlichen Krankenhäuser weildiese nicht aufgenommen werden. Krankenwagen stehen auf den Parkplätzen mit Patienten vor den Krstaatlichen Krankenhäuser und warten bis diese aufgenommen werden, manchmal über 6 Stunden lang. Tolle Revolution die die Linken mit dem Gesundheitsgesetz machten.

Mich wirst Du nicht überzeugen. Die Linken haben noch keine Krise durchgemacht. 2002 in der letzten Krise forderten sie von der Regierung von Battlle die Zahluingsunfähigkeit zu erklären wie Argentinien. Argentinien hat heute 13 Jahre nach ihrer Krise dieses Problem nicht gelöst. Uruguay hat refinanziert und hat schon fast alle damaligen Schulden bezahlt. Einse würde ich gerne sehen. Dass die Krise in Argentinien platzt bei einer Regierung in Uruguay der Linkskoalition. Es war immer leicht für siezu diesen Zeiten in der Oposition zu sitzen und nur Kritiken von sich zu geben aber keine Lösung. Auch stinkt es mir, dass die ganze Korruption auch imParlament von den linken gedeckt wird unter der Annahme untyer ihnen gäbe es keine Korrupten. Doch wenn die Justiz dann durchgreift, sie Unterstützungsmanifestationen machen und die Justiz kritisieren.
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon ATA » Sonntag 26. Oktober 2014, 12:48

antaresuy hat geschrieben:Er hat ein grosses Maul, redet zu viel und sehr oft daneben. ei besprochen.

DiePresse hat ihn gross gemacht als den ärmstenPräsidenten der Welt und dies hat er international ausgenützt.

Mitgründer der TerroristengruppeTupamaros, die erste Stadtguerilla der Welt, mordete er, kidnappte er, machte Bombenattentate, floh vom Gefängnis und sass insgesamt 15 Jahre in Haft bis ihn die Amnestie nach der Diktadur freiliess (er musste sonst weitere 15 Jahre sitzen).

Ich weiss was Wahr ist und was nicht. Meinen Kindern musste ich klarstellen wie es in dieser Zeit war, weilsie in der Mittelschule alles falsch erklärt bekamen.

Hola antaresuy,
um Deinen Inhalt objektiv bewerten zu können, muss darauf hingewiesen werden, das Mujica von Anfang an für Dich der "falsche" Präsident war. Also bevor "Pepe" überhaupt eine Chance hatte, sich politisch beweisen zu können.
Und aufzuzählen, was er vor über 40 jahren als "böser" Tupamaro getan hat, und dies als Beweis für seine heutige, Deiner Meinung nach, unfähige Präsidententätigkeit zu verbinden, ist doch mehr als Zeichen Deiner Oppositionszugehörigkeit zu sehen, als eine unabhängige objektive Meinung. Daran ändert auch nichts, das Du deinen Kindern erläuterst, wie es "wirklich" damals war und nicht, wie es die Schulen heute darstellen.

Politiker machen in ihrer Amtszeit leider viele Fehler. Auch Deine bevorzugten Politiker, die eigentlich statt Mujica, Uruguays Geschicke lenken sollten, hätten sicherlich viele Fehler gemacht.

Die Frage ist jedoch, wer hätte den Nutzen aus diesen Fehlern (ich nenne sie einfach gezielte Klientelbedienung) gehabt? Wer den Schaden?

In Deutschland geht der politische Trend dahin, je näher Bürger an den Rande der Gesellschaft gedrängt werden, um so schlechter wird ihre soziale und finanzielle Lage. Und dies kommt auch überwiegend daher, weil deutsche Politiker niemals Not, Ängste und ein eingeschränktes Leben in Bescheidenheit erleben durften und sie trotzdem Europa nicht nur sehr hoch verschuldet haben, sondern auch die Bürger in Gefahr gebracht haben und noch bringen, ihre sozialen Absicherungen auch später im Alter zu verlieren. Armut und Reichtum ist in Europa auf einen extremen Ausdehnungskurs. Der Werdegang von vielen Politikern ist sehr oft vom Kreissaal in den Hörsaal, dann in den Plenarsaal. Dort, noch grün hinter den Ohren und völlig überfordert werden sie von freundlichen,hilfsbereiten Profi- Lobbyisten mit offenen Armen empfangen. Sie sind die eigentlichen Bestimmer deutscher Politikentscheidungen.

Mujica hat Uruguay nicht zu einem korrupten, verarmten pleite Bananenstaat, wie seine Nachbarländer es teilweise sind, gemacht.
Und im Ernst,glaubts Du wirklich, das durch Deine Partei heute Uruguays Bürger wesentlich besser leben würden. Ich meine NEIN!!!!
Meine Sympathie gilt Pepe Mujica. Auch wenn die Oppositionsseite, erwartungsgemäß alles an Ihm negativ bewertet.
Leben und leben lassen!
ATA
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon antaresuy » Sonntag 26. Oktober 2014, 13:31

Es stimmt, ich war von Anfang an gegen Mujica und auch gegen eine neue Regierungdamals der Linkskoalition, wie ich es noch heute bin. Tabaré Vçázquez in 2004 habe ich gewählt und schon in seiner Amtszeit gab es grobe Fehlentscheidungen undGesetze. Doch in der Amtszeit von Mujica hat dies sich verschlechtert. Viele verfassungswidrige Gesetze wurden im Parlament durchgesetzt, weildie Linkskoalition nicht auf die Opposition hören wollte und wurden dann als verfassungswidrig erklärt. Die Justiz wurde deshalb mehrmals kritisiert. Auch die blinde Unterstützung der Partei gegenüber grosser Schlamperei und Korruptionsfällen muss man ihnen vorwerfen. Das Schulsystem ist schlimmer als es jemals war und dabei werden unmengen Gelder ausgegeben. Im staatlichen Gesundheitswesen sieht es genauso aus: unmengen Gelder werden ausgegeben und diePatienten sterben in den Krankenwagen vor den Krankenhäuser, weildiese nicht aufgenommen werden oder sie sterben im Krankenhaus weil kein Arzt da ist. Die Gewerkschaften haben seit der Linken Regierung Direktoren im staatlichen Gesundheitswesen und diese wurden zu Gefängnisstrafen wegen Korruption verurteilt. Dies wurde aber 4 Jahre vorher im Parlament von der Opposition gemeldet und da die Regierung keine Massnahmen traf,ging die Opposition und stellte Klage in der Justiz. 6 Monate nach Verurteilung der Direktoren, begann die Regierung die interne Untersuchung die sie vorher nicht anfangen konnten weil es "nicht genügende Beweise gab". Für die Richter aber waren diese Beweise gut genug.
Das Marihuanagesetz ist auch ein Thema. Dies wurde und wird von der Bevölkerung abgelehnt. Seit dem die Idee auf den Tisch kam (von Mujica) waren ständig zwischen 63 und 67% dagegen und sind es heute immer noch. Grosse Worte waren es und nächstes Jahr solles losgehen und sie wissen selber noch nicht wie sie es machen werden, weil sie Kontrollprobleme und Sicherheitsprobleme haben. Da kommen wir zur Sicherheit im Land. Seit die Linkskoalition an der Regierung ist (eine der ersten Masnahmen von Tabaré Vázquez war ca. 4000 Häftlinge zu befreien) sind die Straftaten um über 70% gestiegen und die Morde haben sich vervierfacht und trotzdem wollen sie den selben Innenminister bewahren und seinen zweiten Mann, dem Bruder von Tabaré.
Seit 1990 haben die Traditionellen Parteien versucht den staatlichen Apparat zu verkleinern und als Tabaré das Amt übernahm, gab es 20.000 weniger Beamte als 1990. Heute gibt es aber fast 30.000 Beamte mehr als 2005 und die Bürokratie hat sich multipliziert. Frag alle Einwanderer was sie durchmachen müssen um eine Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Zu Battlles Zeiten wurde die Genehmigung von ca. 1 Jahr auf maximal 6 Monaten gedrosselt. Heute kann man von Glück reden, wenn du diese nach 2,5 Jahren bekommst.
Pluna ist auch ein Fall für sich in welchem ganz besonders Mujica ganz grossen Mist gebaut hat. Er hat geheime Treffen mit Buquebusbesitzer López Mena gehabt und haben alles geplant, sogar die falsche Versteigerung (ein Tag davor sagte Mujica der Presse, dass diese keine 5 Minuten dauern würde und so war es - nur 1 Offerent im Namen einer spanischen Firma, der aber mit gefälschten Namen die Flugzeuge kaufte). Ein Tag nach der versteigerung wurde dann festgestellt, dass dieser Offerent in Wahrheit Angestellter von López Mena war. Heute durch die laufenden Gerichtsverfahren weiss man viel mehr und es ist sehr leicht möglich, dass Pepe wieder hinter Gittern sitzen muss wegen fraudulentem agieren gegen den Staat in dieser Angelegenheit. Für Pepe waren der Satz den er aussprach wie sie Paraguay susopendierten um Venezuela reinzulassen das Kennzeichen seiner Regierung. Er sagte damals: Das Politische ist über dem Juristischem. Und so lief seine ganze Verwaltung, mit zwei Ökonomischen Teams die sich nie absprachen und gegeneinander arbeiteten.

Ich habe nun die Schnauze voll von Linkskoalition, weildiese nur alles komplizierter machen statt zu vereinfachen. Irgendwie muss man ja die ganzen Beamten beschäftigen.
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antaresuy
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon ATA » Montag 27. Oktober 2014, 10:08

antaresuy hat geschrieben:Es stimmt, ich war von Anfang an gegen Mujica und auch gegen eine neue Regierungdamals der Linkskoalition, wie ich es noch heute bin.
Ich habe nun die Schnauze voll von Linkskoalition, weildiese nur alles komplizierter machen statt zu vereinfachen. Irgendwie muss man ja die ganzen Beamten beschäftigen.

Mein Meinung über Mujica habe ich im letzten Posting kund getan. Er ist der jetzige uruguayische Präsident und bleibt es hoffentlich weiterhin. Letzteres würde beweisen,das Deine Kritik eine ganz normale Oppositionskritik ist.

Aber!! Deine allgemeine Einstellung zu linke Parteien in Regierungsverantwortung teile ich im Grundsatz. Auch in Deutschland outen sich die linken Parteien, dazu zähle ich auch die Grünen und entwickeln sich zu Gutmenschparteien, die ihr Gutmenschentum über die wahren präkeren Änderungsnotwendigkeiten in Deutschland stellen. Neuverschuldung, Beamtenaufblähung, Systemumstürzern ( hetzende Salafisten) ihre demokratischen Rechte, eindeutig zum Schaden Deutschlands, zubilligen. Öffung Deutschlands für alles Elend dieser Welt, was vielfach gezielt von Wirtschaftsflüchtlinge auch ausgenutzt wird.
Da wird auch schon einmal ein gutgehendes 4 Sternehotel aufgekauft, umgebaut, Personal entlassen, um dringend benötigten Wohnraum für Flüchtlinge zu bekommen. Gleichzeitig wird immer deutlicher das Kommunen jetzt schon hoffnungslos, auch finanziell, überfordert sind.
Religiöse Hassprediger werden vor der Auslieferung in ihr Heimatland vehement schützen, weil ihnen dort Schaden droht usw. Also ähnlich analog zu der Freigabe von Marihuaner durch Mujica oder die Aufblähung von Bürokratie und Beamtentum in Uruguay. Linke verschulden in D den Staat, der inzwischen einen Schuldenberg von über 2 Billionen Euro hat (entspricht einen 400km hohen Stapel aus 500 Euro Scheinen :o ) unnötig.
Es wird eine Mütterrente eingeführt, auf die auch die reichste Frau Deutschlands (Susanne Klatten, geschätztes Vermögen 17 Mrd Euro) Anspruch hätte, Bezahlt aus der allgemeinen Rentenkasse. Obwohl ihresgleichen, wie auch andere Mütterrentenbeanspruchende Berufsgruppen, wie Ärzte Architeketen, Beamte, Politiker u.ä. nie einen eigenen Eurocent/Pfennig eingezahlt haben, weil sie ihre eigenen "Rentenkassen" besitzen, die natürlich nicht für die Mütterrente herangezogen wurden.
Genau so siehst Du Mujicas bisherige Leistungen als verantwortlicher Präsident. Nur es gab eine Regierung vor der jetztigen schwarz/roten Regierung in Deutschland. Es war eine schwarz/gelbe Regierung. Sie sparte nicht nur an soziale Leistungen, sie baute sie auch ab. Dafür spendierte sie ihrem eigenen Klientel so manche gute Tat. Letztlich auf Kosten der übrigen Normalbürger.
Und so etwas ähnliches befürchte ich auch in Uruguay, wenn die Opposition die aktuellen Wahlen in Uruguay gewinnen wird. Das gemeine Volk wird auch dann die Arschkarte gezeigt bekommen und ich befürchte, sie wird größer und spürbarer sein,als die jetztige von Mujica, soweit sie nennenswert beim Normalbürger in Uruguay existiert.
Leben und leben lassen!
ATA
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon Martin » Freitag 31. Oktober 2014, 17:56

nur mal so als kleiner Gedankenanstoss,, Auch wenn einige hier ne Menge Geld mit der Unwissenheit der Einwanderungswilligen verdienen und sich über den langen Immigrationsprozess aufregen. Meiner hat übrigens über 4 Jahre gedauert - und das ab dem Jahre 2003, als ich den Prozess anging. Davon aber mal ganz abgesehen. Die wollen hier überhaupt nicht mehr Einwanderer. Dafür fehlt absolut die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur. Uruguay hat genug mir den eigenen Rückkehrern zu tun, die aus der EU, bzw aus Spanien zurückkommen. Dazu drängen eine Menge junger Spanier ins Land ( auch nach Deutschland), die in ihrer Heimat keine Zukunft sehen. In Uruguay wollen die aber nicht auf dem Land arbeiten, sondern richtig Kohle machen in gut bezahlten Jobs, die es aber nur ganz wenig gibt. Daher werden all diese Immigrationsprozesse so in die Länge gezogen.
Martin
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon antaresuy » Freitag 31. Oktober 2014, 19:18

Martin hat geschrieben:nur mal so als kleiner Gedankenanstoss,, Auch wenn einige hier ne Menge Geld mit der Unwissenheit der Einwanderungswilligen verdienen und sich über den langen Immigrationsprozess aufregen. Meiner hat übrigens über 4 Jahre gedauert - und das ab dem Jahre 2003, als ich den Prozess anging. Davon aber mal ganz abgesehen. Die wollen hier überhaupt nicht mehr Einwanderer. Dafür fehlt absolut die wirtschaftliche und soziale Infrastruktur. Uruguay hat genug mir den eigenen Rückkehrern zu tun, die aus der EU, bzw aus Spanien zurückkommen. Dazu drängen eine Menge junger Spanier ins Land ( auch nach Deutschland), die in ihrer Heimat keine Zukunft sehen. In Uruguay wollen die aber nicht auf dem Land arbeiten, sondern richtig Kohle machen in gut bezahlten Jobs, die es aber nur ganz wenig gibt. Daher werden all diese Immigrationsprozesse so in die Länge gezogen.

Wenn Dein Antrag zu dieser Zeit Über 4 Jahre gedauert hat, hast Du ja mehrmals Einkommensnachweise abändern müssen, weil irgend etwas nicht richtig genug war für das Einwanderamt. Ich redet von vollkommen problemlosen Anträgen in welchen nichts korrigiert werden musste.

Und von wegen dass man keine neuen Einwanderer möchte, lies diesen Link (Du verstehst ja Spanisch und diese Mitteilungvon Presidencia de la República vom 12. August 2014 (vor zweieinhalb Monaten), war als Nachricht auf der ersten Seite in allen Tageszeitungen:
http://www.presidencia.gub.uy/comunicac ... -12-agosto
Peter Stross
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antaresuy
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon Martin » Sonntag 2. November 2014, 20:52

neeeeeeeeeeeeeeeeeee,,, alles richtig,, die waren zu blöd den Interpol Nachweis beizuschaffen,... musste 20 mal Fingerabrücke nehmen lassen. Auch dann haben sie es nicht hinbekommen. Die Deutsche Botschaft hat das dann geklärt. Und was in der Zeitung steht glaub ich noch lange nicht, oder glaubst du, dass die so was an die grosse Glocke hängen? Ich nicht.
Martin
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Re: José Mujica

Neuer Beitragvon antaresuy » Montag 3. November 2014, 00:09

Der geschickte Link ist nicht von einer Zeitung, sondern von Presidencia de la República. Ich erwähnte nur, dass diese Nachricht in allen Zeitungen auf erster Seite stand.
Peter Stross
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