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Neuer Beitragvon pampillo » Dienstag 13. Januar 2015, 19:29

Hallo hier im Forum!
Mein Name ist Dagmar und ich bin 50 Jahre. Seit 2000 leben mein Mann, unsere 2 Kinder (13 und 18 Jahre) und ich auf den kanarischen Inseln, zuvor haben wir auf dem Land in Frankreich gelebt. Tja, und nun ist anscheinend wieder Veränderung dran und so haben wir uns seit etwa 1 Jahr intensiv mit den Ländern Südamerikas befasst, vor Allem zieht es uns nach UY oder PY.
Gefühlsmässig hat uns PY fast mehr angesprochen als UY, aber das extrem schwüle Klima, das auch noch viele Krankheiten und diverse Viecher einlädt, bremst uns ganz schön aus. Hat da jemand Erfahrung und kann uns eine reale Perspektive vermitteln?
Das momentane Hauptthema, das uns beschäftigt: falls es nach UY gehen soll - wohin dort?
Freilich ist uns klar, dass man das vor Ort letztlich selber herausfinden muss, weswegen wir im Juni (da kann man ja gleichmal die kalte Winterzeit von UY erforschen....) auch einen Trip nach UY planen. Wir sind zugegebenermassen hier auf den Kanaren verwöhnt, was das Klima betrifft, und in UY scheint es ziemlich viel kühler zu sein. Wo in UY ist es klimatechnisch am angenehmsten (möglichst mild, nicht zuviel Wind)?
Wir wollen in nicht zu grosser Entfernung einer Stadt leben, aber doch auf dem Land: hat jemand von Euch schonmal in/ bei Rocha gelebt? Was ist mit Treintaytrés - oder sind diese Städte Zuwanderern aus bestimmten Gründen nicht zu empfehlen?
Letztlich scheinen ja die Meisten an der Küste entlang zwischen Montevideo und Punta del Este zu leben, aber ist dort auch ein Leben, das nicht vom Tourismus belästigt wird, möglich?
Ich bin mal gespannt und freue mich auf Euere Antworten!
Mit Grüssen aus La Palma, Dagmar

Re: Veränderung

Neuer Beitragvon pampillo » Montag 26. Januar 2015, 22:38

Keiner da???
Schade...

Re: Veränderung

Neuer Beitragvon antaresuy » Dienstag 27. Januar 2015, 01:58

Hallo Dagmar,

wenn man von "nicht zuviel Wind redet als Grund nicht zu kommen, dann ist dies schon ein Grund Uruguay von der Liste zu streichen. Uruguay zeugt zu Zeit 30% des eigenen Elektrizitätsnotwendigkeit durch ausgerechnet Wind. Dies ist etwas was in Uruguay nicht fehlt.
Der Tourismus zieht sich grundsätzlich entlang der Küste von Montevideo bis nach Chuy (Grenzstadt mit Brasilien) also auch in Rocha. Insbesondere in Rocha gibt es viele kleine Ortschaften entlang der Küste die grosse Schwierigkeiten mit Randalen als Touristen haben. Junge Leute die wenig Nachtlokale haben und deshalb die ganze Nacht auf der Strasse saufen, tanzen, in den Gärten pinkeln, scheissen und Sex haben. Und mit ganzer Nacht meine ich echt die ganze Nacht (bis 6 Uhr Früh).
Vorteile der Küste ist ein milderes Klima, im Winter nicht so kalt (obwohl wenn es windig ist es sehr unangenehm sein kann) und im Sommer nicht so heiss.

Grüsse.
Peter Stross
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Re: Veränderung

Neuer Beitragvon pampillo » Montag 2. Februar 2015, 15:36

Hallo Peter,
zuerstmal danke für Deine Antwort, bin ja froh, dass das Forum nicht komplett eingeschlafen ist.
Allerdings fühle ich mich ein wenig missverstanden, denn wir werden wegen Wind UY sicher nicht fern bleiben, sonder suchen IN UY einen Ort, der von ständigem Wind oder starken Winden möglichst nicht betroffen ist.
Wie gesagt, werden wir im Juni nach UY fliegen und erforschen, wo wohl unser zukünftiges Plätzchen zu finden sein könnte. Wir versuchen, unsere Suche ein bisschen einzugrenzen, indem wir vorher ein paar für uns wichtige Punkte klären.
Dazu gehören:
- ist es aus irgend einem Grund abzuraten, entlang am Río Uruguay / Gegend Salto, Paysandu od. Mercedes zu siedeln?
- wo sind tendentiell die vielen grossen Soja- oder Maisanbauflächen? Bzw. wie nah gehen diese Flächen ran an die Städte?
Allgemein ist es so für uns, dass wir ausserhalb, aber doch in relativer (2-10km) Stadtnähe (ca. 20000 - 70000 (zur Not auch ca. 100000) Einwohner) siedeln möchten,
in der Stadt soll es auch genügend junge Menschen geben, also nicht, wo die Landflucht so gross ist, dass unsere Kinder wegen der Überalterung ihrer Mitbewohner die Krise bekommen.
So kamen wir zu den Städten Mercedes, Durazno, Minas, Paysandu und Salto.
Fällt Dir zu jenen Städten in Berücksichtigung unserer Bedürfnisse ein Rat bzw. eine weitere Möglichkeit ein?
Ich freue mich auf eine Antwort!
Mit Grüssen aus La Palma, Dagmar

Re: Veränderung

Neuer Beitragvon antaresuy » Montag 2. Februar 2015, 16:52

Hallo Dagmar,

alles was ich sagen kannist aus meiner Erfahrung als Landsmann zu bewerten.

Transgenische Soja wird praktischim ganzen Land gepflanzt. Der Río Uruguay ist verseucht mit pestiziden. Sich in der Nähe von Flüssen niederzulassen beträgt Kenntnis und viel Auskunft. Es ist normal dass es hier plötzlich in kurzer Zeit sehr viel regnet und dass heisst das Bäche sich in Flüsse verwandeln und der Wasserspiegel von Flüssen je nach Landbildungbis zu 5 oder 6 m steigen können. Also sehr gefährdet sind natürlich alle Städte die an Flüssen liegen wo jedes Jahr die Leute die an den Ufern leben manchmal mehrmals im Jahr ihr Haus verlassen müssen. Dies ist ein Grundsich sehr genau umzuschauen und versuchen nicht direkt an Ufern von Flüssen zu leben, sondern so, dass man den Rückhalt von 6m vom Wasserspiegelniveau einhält.

Selber kommen und selber nachforschen ist das Wichtigste.

Grüsse,
Peter Stross
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Re: Veränderung

Neuer Beitragvon Nepomuk » Mittwoch 4. März 2015, 18:57

Hallo Dagmar,

wir sind seit 6 Monaten in Uruguay - und bekanntlich sieht man als Neuling viele Dinge klarer als ein "Einheimischer" nach vielen Jahren Aufenthalt.

Zur Wahl des Standortes:
So gut wie alle Städte in Uruguay sind abscheulich hässlich - jedenfalls in den Augen eines Mitteleuropäers.
Ausnahme sind die Altstädte von Colonia del Sacramento und MVD. Einige der Küstenstädtchen westlich von MVD sind noch erträglich, Atlántida etwa.
Es gibt große Stadtregionen die wirklich wie Dritte-Welt–Slums aussehen – Pando etwa. Eine Horrorvorstellung, dort leben zu wollen.

Das Klima in U ist sehr abhängig davon, wo man wohnt. Ab gut 50km von der Küste ins Landesinnere wird es spürbar heißer (wir haben versch. Freunde dort, etwa in Minas und Mariscala), die Nächte im Winter sind kälter (bis -5°C). In Richtung brasilianischer Grenze schient die Regenhäufigkeit zuzunehmen – was wir aber nach dem sehr sonnigen Sommer gar nicht als Nachteil empfinden würden.
Direkte Küstennähe erkauft man im Sommer mit hoher Luftfeuchtigkeit und Schwüle.
Wir wohnen (mieten) derzeit ca. 40km Luftlinie von der Küste entfernt auf 130 Höhenmetern: Fast jedes Mal, wenn wir von einem Einkauf an der Küste zurückkehrten, haben wir erleichtert aufgeatmet, so viel angenehmer war es bei uns.

Tourismus erleben wir ausschließlich direkt am Küstensaum, also quasi in Sichtweite des Meeres; dahinter flaut es sehr rasch ab.

Die negative Seite der fruchtbaren Böden in Nähe des Uruguay und anderer Flüsse sind, wie schon erwähnt, die Pestizidbelastungen und der Einsatz von Monsanto. Wir leben derzeit in einer Hügelregion, wo fast ausschließlich Viehwirtschaft betrieben wird und möglich ist. Wenn man hier die Nähe von Weinbau meidet – dort wird gespritzt wie verrückt, ein mir bekannter deutscher Winzer konnte darüber nur den Kopf schütteln – ist die Natur und sind das Grundwasser sauber.
Auf dem Land kann man sich ev. auch ein „chacra“ leisten, auf der man bauen und tun und lassen kann was man will – frei von behördlicher Gängelung, sofern man ein rural-Grundstück hat. Zudem ist die Grundsteuer sehr bescheiden: Ein mir bekannter Kanadier bezahlte bisher für sein Haus mit 1ha Land 380 Peso (ca. 15 Euro) Jahressteuer. Durch einen Behördenfehler wurde sein Anwesen jetzt als urban eingestuft. Die neue Steuer, die man verlange, betrug 58.000 Pesos (ca. 2.300 Euro) – eine Steigerung von 15.000 %.

In unserer Region ist allerdings die Bodenqualität oft miserabel – mit Gemüsegarten und schönen Obstbäumen wird es dort wohl nichts.

Bedenkenswert sind noch die hohen Preise in Uruguay. Nach meinen sorgfältigen Recherchen liegen Kosten für Lebensmittel bei 140% bis 170% der deutschen (ich kann gerne Detailinfos dazu nachliefern!). Dieseltreibstoff z.B. ist mit 1,37 Euro fast zwanzig Cent teurer als im schon sehr teuren D. Alle Technikartikel sind sehr viel teurer als in D: Uruguay gehört nach meinen heutigen Erfahrungen zu den Ländern mit den höchsten Lebenshaltungskosten weltweit. Wer zudem seinen Lebensunterhalt mit Einnahmen aus D bestreitet, ein rentner etwa, muss zukünftig mit drastisch sinkenden Einnahmen rechnen, weil der Euro noch in diesem Jahr vor einem weiteren rasanten Verfall stehen dürfte.

Ich habe Freunde in Paraguay. Nach deren Berichten und Erfahrungen kann man von diesem Land nur dringend abraten – so viel preiswert es auch ist.

Trotzdem bereuen wir keinen Tag, den Schritt nach Uruguay gemacht zu haben.

Viel Glück!
Nepomuk

Re: Veränderung

Neuer Beitragvon pampillo » Donnerstag 5. März 2015, 13:47

Hallo Nepomuk,

vielen herzlichen Dank für Deine Antwort, für die Mühe, die Du Dir gemacht hast, und die detaillierte Beschreibung, die ich als sehr informativ und aufschlussreich empfinde.
Das meiste hört sich allerdings auch nicht unbedingt attraktiv an.... was sind für Dich und Deine Familie die Gründe, warum Ihr "keinen Tag bereut"?
Wir haben jedenfalls vor, dass wir im Juni rüberfliegen nach Südamerika, und dann sowohl Paraguay als auch Uruguay besuchen und hoffen, dadurch eigene Eindrücke zu bekommen und uns klar zu werden, wo es uns mehr hinzieht.
Was uns aber noch interessieren würde: Du schreibst,dass man nach den Berichten und Erfahrungen Deiner Freunde aus Paraguay von diesem Land nur dringend abraten kann. Warum denn konkret?
Es ist halt auch so, dass die Informationen, die man im Internet findet, von weiss zu schwarz reichen, und dadurch wohl alle Berichte stark von persönlichen Erfahrungen bzw. auch von einer subjektiven Sicht auf die Dinge geprägt sind.
Bin gespannt auch Deine Antwort!

Viele Grüsse, Dagmar

Re: Veränderung

Neuer Beitragvon Enzian » Donnerstag 12. November 2015, 19:58

Hallo Nepomuk ,

bin gespannt , ob hier noch jemand ( du) reinschaut , der letzte Eintrag war im März ?
Deine Schilderung erscheint mir sehr realistisch , auch wenn du "erst" 1 Jahr in Uy existent bist .
Ich selbst komme jetzt im Dezember 2015 nach Uy . Gern würde ich mit dir Kontakt aufnehmen , solltest du auch daran Interesse haben ?!

HG von Enzian
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Re: Veränderung

Neuer Beitragvon Timo » Donnerstag 19. November 2015, 14:45

Enzian hat geschrieben:Hallo Nepomuk ,

bin gespannt , ob hier noch jemand ( du) reinschaut , der letzte Eintrag war im März ?
Deine Schilderung erscheint mir sehr realistisch , auch wenn du "erst" 1 Jahr in Uy existent bist .
Ich selbst komme jetzt im Dezember 2015 nach Uy . Gern würde ich mit dir Kontakt aufnehmen , solltest du auch daran Interesse haben ?!

HG von Enzian


Hallo Enzian, ich plane zusammen mit meiner Partnerin ebenfalls im März nach Uruguay zu gehen. Du gehst im Dezember und bist uns damit einiges Voraus. Es wäre spannend sich mal mit dir Auszutauschen. Wir leben derzeit noch in der Schweiz.

liebe Grüsse Timo

Re: Veränderung

Neuer Beitragvon Enzian » Freitag 27. November 2015, 03:38

Kein Problem Timo , gern können wir uns austauschen , sobald ich die ersten Eindrücke von Uy und seinem Dasein habe .
Meine ( und andere Menschen auch ) Meinung wird immer subjektiv bleiben , die Betrachtungsweise eines anderen Landes ist und wird immer geprägt sein von dem Land wo du herkommst , ob du es möchtest oder nicht . Eine stark beherrschende , rationale Herangehensweise an das Thema "Auswandern" muss nicht immer zum Vorteil sein , Intuition und auch etwas Bauchgefühl sollten schon mit dabei sein .....dass ist meine persönliche Einschätzung und auch Anspruch , wenn ich in den nächsten 3 Monaten dieses interessante Land besuchen werde .
Da ich aus dem Osten D komme , habe ich einen nicht so großen Erwartungsdruck - wenn du verstehst was ich meine - demzufolge eine größere Anpassungsfähigkeit an Dinge des ganz normalen Lebens und der Improvisation .
Hier meine Kommunikationsmöglichkeiten : Whatsapp , Skype und E Mail Adresse!

HG von Gerhard
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