aktuelle Lebenshaltungkosten

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Neuer Beitragvon sebastian8 » Samstag 21. Januar 2017, 11:05

Hallo an alle!

meine Frau und ich möchten nach Uruguay auswandern, da uns Deutschland mit dem immer stärker werdenden Wust an Regularien die Luft zum Atmen nimmt und die Eigenständigkeit abspricht.

Wir sind 51 und 56 Jahre, Selbständig und müssen nicht kündigen oder im Uruguay eine Arbeitsstelle suchen.

Ich habe nun in den verschiedenen deutschsprachigen Foren nach einer aktuellen Angabe der Lebenshaltungskosten gesucht und nur Daten aus 2015 oder älter gefunden.

Mir ist bekannt, dass diese Frage einer der schwersten und individuell ist.

Ich versuche nun, so konkret meine Vorstellungen zu beschreiben und evtl. kann mir ja jemand "annähernd" die Kosten sagen:

1.
Wir suchen ein Haus (ca. 120 - 140 qm Wohnfläche) und ca. 1.000 qm Grund. Gerne auch mehr. Nicht am Meer, sondern gerne auch 45 min -1 Stunde im Landesinneren.

Das Haus sollte im Radius von ca. 45 - 60 Minuten zu einer Stadt (über 10.000 Einwohne) oder Krankenhaus sein. Wir sind beide nicht mehr die Jüngsten und wenn mal was sein sollte, möchte ich eine einigermaßen schnelle Erreichbarkeit eines KH haben.
Ebenso die Stadtnähe mit ca. 60 min. Irgendwann sollte auch ein kultureller Ausflug möglich sein.

Wäre sehr dankbar, wenn ihr mir auch hier ein paar goldene Tipps für Wohngegenden geben könnt, die in meine Kriterien passen und die euch gefallen oder wo ihr wohnt.

Frage: was sind die Hauspreise und die Nebenkosten (Grundsteuer, Notar bei Hauskauf, Makler, etc., jährliche Steuer,.....)

Sind hier Preise bis 300.000 Euro realistisch? Haus sollte in gutem bewohnbaren Zustand sein und nicht noch mit Renovierungskosten von 100.000 Euro beginnen.

2. Wie sind die mtl. Kosten anzusetzen mit Internet, Strom, Wasser, Müll, etc. bei dieser Hausgröße nicht in der Stadt Montevideo - s.o.

3. Welche Kosten sind für die mtl. Ausgaben beim Einkauf (keine deutschen Produkte) anzusetzen.
Wir gehen gerne am Markt einkaufen, essen Fleisch, viel Obst und Gemüse und Fisch. Käse lieben wir.

4. Wieviel kostet ein Auto im Monat an Steuer oder Versicherung, Mittelklassewagen z.b. Toyota Corolla?

5. Was kostet die Krankenversicherung für über 50 jährige im Monat und was muss noch extra beim Arzt bezahlt werden?

6. Wieviel kostet einmal Essengehen im Lokal. Normales Restaurant also kein Schnellimbiss.

Kurz um, wieviel kostet ein Monat mit allen Ausgaben, die man hat um sich auch ein oder dreimal Essen zu gehen und ins Kino oder Theater zu leisten.
Also nicht den Maßstab ansetzen von diejenigen, die Selbstversorger sind oder nie ausgehen.
Ist das mehr als 3.000 Euro (keine Miete einrechnen, da wir ja ein Haus kaufen möchten).

Wäre super, wenn mir hier jemand ein bißchen weiterhelfen könnte.

Wir sind im Mai in Uruguay und wollen mal ein wenig fühlen und die Küste abfahren.

Bin sehr dankbar über jeden Tipp.

Sebastian
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Re: aktuelle Lebenshaltungkosten

Neuer Beitragvon urukai » Samstag 21. Januar 2017, 19:59

Wir suchen ein Haus (ca. 120 - 140 qm Wohnfläche) und ca. 1.000 qm Grund. Gerne auch mehr. Nicht am Meer, sondern gerne auch 45 min -1 Stunde im Landesinneren.

Das Haus sollte im Radius von ca. 45 - 60 Minuten zu einer Stadt (über 10.000 Einwohne) oder Krankenhaus sein. Wir sind beide nicht mehr die Jüngsten und wenn mal was sein sollte, möchte ich eine einigermaßen schnelle Erreichbarkeit eines KH haben.
Ebenso die Stadtnähe mit ca. 60 min. Irgendwann sollte auch ein kultureller Ausflug möglich sein.

Wäre sehr dankbar, wenn ihr mir auch hier ein paar goldene Tipps für Wohngegenden geben könnt, die in meine Kriterien passen und die euch gefallen oder wo ihr wohnt.


Da würde ich euch empfehlen entweder die Region um Colonia (da geht es mit der Fähre auch mal schnell nach Buenos Aires rüber) oder (wie ich) in der Region Maldonado wo Piriapolis und Punta del Este in der Nähe liegen, die Fahrt nach Montevideo in knapp etwas über einer Stunde machbar ist (Bus ca. 2 Std.) und auch ein Tagesausflug nach Brasilien ohne Probleme mit dem Auto möglich ist.
Ist das mehr als 3.000 Euro (keine Miete einrechnen, da wir ja ein Haus kaufen möchten).

Ich sitze hier ebenfalls in einen eigenen Haus, dazu kommen dann monatliche Kosten wie Strom (um die 2000 Peso) Wasser, DirectTV (Digitales Fernsehen, um die 1400 Peso). Der Hauptbatzen ist bei mir das Internet was mich etwas über 200 Dollar im Monat kostet (Antenne und gute Leitung, die brauche ich für die Arbeit. Wenn du nur surfst oder Netflix schauen möchtest ist das erheblich weniger). Ich denke grob bei den Fixkosten liegen wir zusammen gefasst bei 450 Euro.

Ansonsten essen wir (2 Personen, 5 Hunde und 1 Katze) jeden Tag gut, fahren auch nach Lust und Laune nach Punta, Monte, Chuy oder allgemein in der Gegend herum um uns was anzuschauen und sind dann auch nicht geizig.
Von 3000 Euro sind wir weit entfernt von dem was wir im Monat brauchen. Bei 3000 im Monat könnt ihr das recht entspannt angehen wenn der Rest schon unter Dach und Fach ist, nach meiner Meinung.

Wir sind im Mai in Uruguay und wollen mal ein wenig fühlen und die Küste abfahren.

Lasst euch dann aber nicht abschrecken, da fängt das schlechte Wetter an oder wenn es so wird wie 2016, ist es schon da.
Ansonsten, Viel Spaß und Willkommen in Uruguay :-)
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Re: aktuelle Lebenshaltungkosten

Neuer Beitragvon sebastian8 » Samstag 21. Januar 2017, 20:52

Hallo Urukai,

dir ein dickes Danke für die super schnelle Antwort und vor allem für die Kosteneinschätzung.

Ist denn ein Haus in der Gegend um Colonia oder Maldonado Region (nicht unbedingt am Meer) für 300.000 Euro in gutem Zustand mit bißchen Land drum rum zu haben?
Wenn ich so die Internetseiten der Immobilien durchsehe, dann bekomme ich Zweifel, ob diese 300.000 Euro reichen.

Wir lange seid ihr schon in Uruguay und habt ihr vor zu bleiben?

Lese mich so quer durch die Foren und manchmal bekomme ich große Bedenken, dass die Inflation unser Einkommen, das wir in Euro erhalten, zu schnell minimiert.
Wir wollen eigentlich nicht mehr arbeiten, sondern von unserem Gehalt aus Deutschland leben. Das wird weiter gezahlt von unserer Firma. Nur wenn die Inflation so schnell geht, dann schmilzt der Euro weg.... Oder habe ich mir da zu sehr Angst aus den anderen Forensbeiträgen machen lassen?

Danke dir für deine Antworten.
Sebastian
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Re: aktuelle Lebenshaltungkosten

Neuer Beitragvon urukai » Samstag 21. Januar 2017, 22:56

Also für 300.000 gibt es ein schönes Anwesen. Gerade wenn es nicht am Meer liegt, aber selbst in der Nähe vom Meer (z.b. in Bella Vista) gibt es Häuser und Grundstücke zu dem Preis.

Persönlich würde ich so vorgehen, mir eine Wohnung (Haus) mieten für die erste Zeit (gibt es außerhalb der Sommersaison rund um Piriapolis für kleines Geld und meistens ist da von Möbeln, TV bis Internet und Security schon alles dabei) und dann in aller Ruhe im Land umschauen. Etwas Geduld bringt dabei eindeutig mehr und zudem lernt ihr das Land kennen und am Ende habt ihr euer Wunsch-Haus genau so wie es euch vorschwebt und bezahlt mit Sicherheit weniger als wenn ihr etwas über eine Internetseite ordert.

Das Problem mit dem Geld ist die aktuelle politische Situation. Passieren kann da alles von absolut positiv bis negativ. Das kann dir keiner verbindlich sagen wie das auf Dauer aussieht.
Aber auch da, meine Meinung, sehe ich das positiv und denke nicht das es sich extrem ändern wird.

Ich bin 6,5 Jahre hier und meine Freundin ist eine Einheimische. Und ich werde auf jeden Fall bleiben. Einfach zu schön hier :-)

Viele Grüße
Kai

Edit 22/01/17:

Ein Fehler von mir, Grundregel Nr.1 in Uruguay. Und normal hätte ich das direkt geschrieben, aber ich war gerade im Kopf bei anderen Themen. Sorry.
Niemals die Summen (das Geld) auf den Tisch legen.

In Deutschland und auch bei mir im Kopf sind eure Vorstellungen sowie das Kapital normal, hier im Lande ist es anders. Da gibt es genug Leute die wären froh über 1000 Euro im Monat oder mal eben schnell eine Provision zu schnappen. Dazu gehören unter anderem die "Einwanderungshelfer" und die werden auch hier lesen oder sind sogar angemeldet. Und die werden da schnell hellhörig.
Zuletzt geändert von urukai am Sonntag 22. Januar 2017, 21:11, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: aktuelle Lebenshaltungkosten

Neuer Beitragvon sebastian8 » Sonntag 22. Januar 2017, 19:20

Hallo Kai,

ja, wir werden uns im Mai -egal wie das Wetter wird- Uruguay ansehen und fühlen, ob wir uns vorstellen können, hier zu leben.

Habe viele Fragen im Kopf und muss mich mal durchlesen, ob irgendwo noch was zu finden ist, was meine Frageliste ausfüllt.

Freue mich für dich, dass du das gefunden hast, wo du glücklich bist.

Sebastian
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Re: aktuelle Lebenshaltungkosten

Neuer Beitragvon Cheetah » Sonntag 22. Januar 2017, 21:47

Hallo Sebastian,

ich kann Urukai nur zustimmen.

Hierher kommen, sich alles genau ansehen, das zunaechst.
Wenn es Euch gefaellt, dann mietet Euch erst eine Weile ein Haus. Wir hatten uns damals fuer ein Jahr ein Haus gemietet an der Kueste (El Pinar).
Man sieht ob die Gegend einem auf Dauer gefaellt, lernt vieles abzuwaegen.
Beim Hauskauf unbedingt auf die Bausubstanz achten. Feuchtigkeit kann hier ein grosses Problem sein. Aus dem Grund
entschieden wir uns damals selbst zu bauen, und zwar mit einem guten Architekten, der auch sein Geld wert war.

Ein Einwanderungshelfer muss nicht immer ein Fehler sein. Wir waren zufrieden und kriegten viele Tipps ueber den normalen
Rahmen hinaus.

Ich lebe nun 12 Jahre in Uruguay, und zwar im Inland, zwischen Maldonado und Minas (mein Mann ist leider verstorben).

Die Entscheidung fuer Uruguay habe ich noch keinen Tag bereut.

Viele Gruesse
Cheetah
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Re: aktuelle Lebenshaltungkosten

Neuer Beitragvon monika » Sonntag 19. Februar 2017, 16:55

Hello,

wir sind in eurer Altersklasse, auch beide selbständig und leben seit ca 1 1/2 Jahren zu ca. 30 % in Uruguay. Uns hier vorerst Part-time niederzulassen war ein Spontanentschluss, da es uns beim ersten Schnupperbesuch so gut gefallen hat und wir auch gleich in der 2. Woche unser Traumhaus nahe Atladida gefunden haben.

Mit 300.000 müsstet ihr was Passendes finden.

Die Lebenskosten sind ca. 15 - 20 % geringer als in Österreich (und vermutlich Deutschland) Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse sind deutlich billiger als bei uns (vor allem wenn ihr auf einem der Wochen-Bauern-Märkte einkauft) Elektrogeräte sind wie bei uns, teilweise sogar ein bisschen (aber nicht dramatisch) teurer. Autos sind teuer. Da wir nur Part-Time da sind mieten wir nach wie vor ein kleines billiges Auto für unseren Aufenthalt. Die Fixkosten für unser Haus (inkl. Internet, Gärtner, Wasser, Stom, Steuer, Security usw.) sind bei ca. 350 us$ pro Monat

Eurer Ansatz ist ähnlich wir wir es gemacht haben.
Wir haben beim ersten Aufenthalt unsere Quartiere über airBNB gebucht und darauf geachtet, dass unsere Hosts Einwanderer sind. Hier waren unsere Erfahrungen unterschiedlich, aber einer unserer Hosts hat uns mit Infos gut versorgt und ist uns ein lieber Freud geworden. Mai ist nicht die beste Zeit aber wenn ihr schon gebucht hat ...

Zu Uru: nicht alles geht ruck-zuck aber Land und Leute sind unkompliziert. Ich würde mir die Gegend beim Fluß Uruguay ansehen und auch am Rio de la Plata.

Viel Spaß und Erfolg bei eurer Tour LG Monika y Fritz
monika
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