Möglich oder Blauäugig

Fragen und Antworten zum Thema Auswandern nach Uruguay:
Über das Auswandern, Einwandern, diesbezügliche Tips, Vorschriften und Regeln.

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Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Cello » Samstag 25. Juni 2016, 09:57

Hallo liebe Forum Mitglieder,

will jetzt gar nicht lang schwärmen was uns an Uruguay reizt, das muss ich euch ja nicht erklären;-)
Viel lieber will ich uns kurz Vorstellen und euch fragen ob wir Träumer sind!
Wir sind ein 4 köpfige Familie. Meine Frau 31 Jahre, ich 36 und die Kinder 6 und 4 Jahre alt.
Wir haben hier sehr gute Jobs und sind auch mehr als gut ausgebildet...
Aber das ist auch nicht so wichtig, weil in diesen Jobs wollen wir ein Leben lang nicht mehr arbeiten...
Versteht das auch nicht falsch. Das Leben hier könnte von aussen Betrachtet nicht besser sein.
Ein schönes Häuschen, gut bezahlte Jobs, liebe Verwandte, tolle Freunde, liebe Kinder und ein Termin folgt dem anderen.
Aber genau das ist der Punkt, irgendwie ist das ganze schon länger nicht mehr erfüllend...
Wir wollen raus aus diesem gefühlten Hamsterrad...
Wir hatten schon früher vor auszuwandern, aber dann kam das erste Kind, der Hausbau und irgenwie ging der Gedanke unter.
Dann ist es soweit das man dank Bau, eh kein Geld mehr flüssig hat(zum Auswandern) und das zweite Kind kam auch noch dazu;-)
Also stellte sich die Frage plötzlich nicht mehr...
Jetzt kam (Ich würd es fast, Wink des Schicksals nennen) eine neue Chance...
Unsere Firma würde uns eine sehr Große Abfindung zahlen, wenn wir gehen!
Aber wenn wir gehen, wollen wir nicht von dieser Industrie in die nächste, sondern ganz weg, aus dieser Hektik, Leistungsdruck usw.

Jetzt haben wir schon viel im Internet und ja auch auf dieser Seite, über Uruguay gelesen und Infos gesammelt(Schulen, Krankenversicherung,Land, Leute, Klima usw.). Wir würden uns das natürlich auch noch vorher mit eigenen Augen anschauen, bevor wir den Schritt endgültig wagen!

Aber mal vorab unsere Grobe Rechnung (Ermessen nach dem was wir so im Netz sehen und finden) und da hoff ich einfach das Ihr das Abschätzen könnt, ob das so grob möglich ist oder total blauäugig...

Ein Grundstück 2 Hectar mit Häuschen 100m2, wo nicht weiter wie 1h Autofahrt von Montevideo weg ist(Muss nicht Top in Schuss sein;-)). Wo wir den Platz für Gärten und Tiere haben... (Strom bzw. Internet bräuchten wir!) Wollen uns ja so gut es geht früher oder später selber versorgen! (60000€)

Renovierungen, Möbel... Etc. 10000€
(Kann das meiste selber machen, hab hier ja schon 1 Haus gebaut;-))

Ein Auto 5000€

Tiere, Zäune, Pflanzen, Werkzeug... 10000€

Verschiedenes (z.B.Hilfe beim Papiere beantragen oder so) 5000€

Und dann erst mal loslegen mit arbeiten;-)

Hab hier mal gelesen das eine Familie um einen gewissen Standard zu halten mit 1500€ gut leben kann(Wir wollen ja auch keinen Luxus), aber gehen wir mal von der Zahl aus!?
Wir haben hier eine Immobilie, dir wir Momentan nicht verkaufen können, aber von dieser hätte wir 600€/Monat Mieteinnahmen sicher!(Was ja schon gut wär für die Aufenthaltsgenehmigung)
Mit dem Puffer den wir uns eingerechnet haben, könnten wir auch ohne was dazu zu verdienen 3-4 Jahre lang auf die 1500€ monatlich aufrunden!!!
Aber ich gehe ja auch davon aus, das mit jedem Jahr, wo wir dort wohnen es besser mit der Selbstversorgung läuft und ja auch mit Sprache, Land und Leute...
Und wenn's eng wird erstmal einen Job Suchen würden.(Bzw. Im Notfall könnten wir in 4 Jahren auch die Immobilie in Deutschland verkaufen!!!)
Wir wollen ja auch schon vorher die Sprache pauken, aber ich denke nach 3-4 Jahren vor Ort sollte es sitzen. Weil ich ja schon oft genug gelesen habe, wenn man einen Job sucht sollte man die Sprache gut können.

Also was denkt ihr mit eurer Erfahrung...
Bin gespannt auf eure Antworten.
Und vielen Dank im Voraus.

Grüße aus Deutschland

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Cheetah » Samstag 25. Juni 2016, 13:08

Hallo Cello,

zunaechst habe ich mir ueberlegt ob und was ich antworten soll, da mir Eure Fragen im Kopf herumgehen.

Meine ehrliche Antwort lautet: Kommt her, schaut Euch alles noch einmal genau an, schaetzt Eure Moeglichkeiten ab..................und haut ab aus Europa, gebt Euren Kindern eine Zukunft! Vielleicht sehe ich zu schwarz, aber mit Kindern, und nicht nur da, ist es das beste aus Deutschland / Europa wegzugehen.
Ihr seid noch jung genug etwas neues aufzubauen.

Kniet Euch sobald Ihr koennt rein, damit Ihr spanisch lernt, Kinder werden es schnell lernen, wie ich von einigen hier weiss.

Viel Glueck wuenscht Euch
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Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Cello » Samstag 25. Juni 2016, 13:26

Hallo Cheetah,
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Das Gefühl habe wir ja auch, das es auch für die Kinder das beste wäre...
Aber kannst Du vielleicht ein bißchen mehr auf unsere grobe Abschätzung eingehen!?
Nur z.B. die Lebenshaltungskosten von 1500€, ist das real wenn man gern auf Luxus verzichtet!?
Würde mich freuen, wenn du uns ein bißchen mehr verrätst;-)
Grüße

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Cheetah » Samstag 25. Juni 2016, 14:01

Hallo Cello,

man kann das nicht so einfach pauschalieren.
Zum einen kommt es darauf an, wo Ihr wohnt und ob es im eigenen Haus ist oder zur Miete. Es kommt darauf an, ob Ihr auch mit weniger zufrieden seid, oder ob ihr noch im Konsumdenken Deutschlands verwurzelt bleibt und Eure deutschen Vorstellungen und Wuensche mitbringt.
Dann, bei Einnahmen aus Deutschland: Wie entwickelt sich der Wechselkurs von Euro zu Peso kuenftig (derzeit etwas ueber 30 Pesos fuer einen Euro).

Hier leben genuegend Menschen die mit diesem Geld auskommen bei einer mehrkoepfigen Familie (1500 Euro = etwas mehr als 45000 Pesos im Moment).
Sollen die Kinder mal in eine Privatschule wie die Deutsche Schule dann wird es schon teuer, zu teuer.
Viele Faktoren spielen eine Rolle.

Aber was erwartet Euch im Zweifelsfall? Ein Land mit mehr Sonne, mit mehr Freiheit, eine kinderfreundliche Umgebung, ein lebenswerteres Leben in jedem Fall (meine Ansicht und Erfahrung nach 11 Jahren Uruguay)..........................bei aller Buerokratie, die es hier nicht minder gibt wie in Deutschland.

Liebe Gruesse
Cheetah
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Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon antaresuy » Samstag 25. Juni 2016, 16:28

HalloCello und willkommen im Forum.
Cello hat geschrieben:Aber mal vorab unsere Grobe Rechnung (Ermessen nach dem was wir so im Netz sehen und finden) und da hoff ich einfach das Ihr das Abschätzen könnt, ob das so grob möglich ist oder total blauäugig...

Ein Grundstück 2 Hectar mit Häuschen 100m2, wo nicht weiter wie 1h Autofahrt von Montevideo weg ist(Muss nicht Top in Schuss sein;-)). Wo wir den Platz für Gärten und Tiere haben... (Strom bzw. Internet bräuchten wir!) Wollen uns ja so gut es geht früher oder später selber versorgen! (60000€)

Renovierungen, Möbel... Etc. 10000€
(Kann das meiste selber machen, hab hier ja schon 1 Haus gebaut;-))

Ein Auto 5000€

Tiere, Zäune, Pflanzen, Werkzeug... 10000€

Verschiedenes (z.B.Hilfe beim Papiere beantragen oder so) 5000€

Und dann erst mal loslegen mit arbeiten;-)

Hab hier mal gelesen das eine Familie um einen gewissen Standard zu halten mit 1500€ gut leben kann(Wir wollen ja auch keinen Luxus), aber gehen wir mal von der Zahl aus!?
Wir haben hier eine Immobilie, dir wir Momentan nicht verkaufen können, aber von dieser hätte wir 600€/Monat Mieteinnahmen sicher!(Was ja schon gut wär für die Aufenthaltsgenehmigung)
Mit dem Puffer den wir uns eingerechnet haben, könnten wir auch ohne was dazu zu verdienen 3-4 Jahre lang auf die 1500€ monatlich aufrunden!!!
Aber ich gehe ja auch davon aus, das mit jedem Jahr, wo wir dort wohnen es besser mit der Selbstversorgung läuft und ja auch mit Sprache, Land und Leute...
Und wenn's eng wird erstmal einen Job Suchen würden.(Bzw. Im Notfall könnten wir in 4 Jahren auch die Immobilie in Deutschland verkaufen!!!)
Wir wollen ja auch schon vorher die Sprache pauken, aber ich denke nach 3-4 Jahren vor Ort sollte es sitzen. Weil ich ja schon oft genug gelesen habe, wenn man einen Job sucht sollte man die Sprache gut können.

Also was denkt ihr mit eurer Erfahrung...
Bin gespannt auf eure Antworten.
Und vielen Dank im Voraus.

Grüße aus Deutschland

Ich bin hier normalerweise der Bösewicht, der gemeine der hier seine eigene Heimat als Einwanderungsland in Frage stellt. Es ist sehr gut dass Ihr Euch hier einmal richtig umschaut und ein bischen von Lebenshaltungskosten Kenntnis nimmt, denn Uruguay ist kein billiges Land, es ist teilweise weit teurer als Deutschland, aber die Gehälter hier (wegen möglicher Jobsuche) sind weit unter den deutschen Verhältnissen. In Uruguay gibt es 600.000 Personen die weniger als 550 Euro im Monat verdienen bei einer aktiven Bevölkerung von 1,5 Millionen.
Nun zu Euren Punkten:
Grundstück: Es könnte möglich sein so ein Grundstück zu finden, aber in welcher Nachbarschaft? Viele Einheimische in diesen Gegenden haben aggressive Hunde und noch Schusswaffen daheim um nicht ausgeraubt zu werden und trotzdem geschieht es.
Renovierung und Möbel: Ich würde sagen dass 10.000 Euro nicht ausreichen. Trotz eigener Arbeit muss man sich im Sozialamt melden und Sozialabgaben zahlen. Diese Summe ist garantiert zu niedrig.
Auto: Mit 5.000 Euro bekommst Du eine gebrauchte (möglicherweise) Schrottkiste mit Rädern wo Du dann noch Steuern zahlern musst und Versicherung (die auch nicht billig ist).
Tiere, Zäune, Pflanzen, Werkzeug... 10000€ - Da solltest Du auch mit mehr Geld rechnen.
Mit verschiedenes ist es schwer zu sagen. Desto mehr man selber tut, desto billiger ist es und man ist sicher dass es getan wird.

Mieteinnahmen in Höhe von 600 Euro im Monate ware früher gut für eine Aufenthaltsgenehmigung. In diesem Sinn hat sich das Einwanderamt mehr auf echte Unterhaltungskosten geändert und vielleicht wäre diese Summe für eine einzelne Person gut genug (es ist nicht sicher, da es keine Normen gibt und dies hauptsächlich von der Bearbeitungsperson abhängt in dessen Hände die Akte kommt und es soll klar sein, dass es auf jeden fall mehr als 3 verschiedene Personen sind in verschiedenen Abteilungen), aber diese SWumme würde auf keinen Fall für eine 4-köpfige Familie ausreichen.

Dann habe ich etwas bemerkt was fehlt: die Schule für die Kinder. Es gibt zwar staatliche Schulen die kostenlos sind, aber sagen wir es ganz klipp und klar: wenn Ihr eine Zukunft für Eure Kinder aufbauen möchtet, dann müssen sie in eine gute Privatschule gehen und das Schulgeld für 2 Kinder wird bei mindesten 1.000 Euro im Monat liegen. Homeschooling ist in Uruguay nicht zugelassen. Wenn Ihr die Aufenthaltsgenehmigung beantragt, MÜSSEN die Kinder eingeschult werden und es wird der Schulgang kontrolliert (eine Aufenthaltsgenehmigung dauert heute über 2 Jahre und es werden zwischendurch mehrmals Auskunft über den Schulgang der Kinder erfragt).

Grüsse,
Peter Stross
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Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Cello » Montag 27. Juni 2016, 12:12

Hallo ihr zwei,

Und Danke für die Antworten!
Das mit dem Geld ist das eine und das wir da noch nachlegen müssen wird uns auch immer klarer...
Aber wie gesagt wir könnten ja auch in 4 Jahren noch unsere Deutsche Immobilie zu Geld machen!
Also so schnell würde der "Notkroschen" nicht ausgehen...

Aber wenn ich da lese, wenn ich eine kleine "Farm" ein bißchen außerhalb habe, dann nicht mehr ohne Knarre unterm
Kopfkissen schlafen kann, ist das sehr Ernüchternd. Obwohl das von Cheetah geschriebene sich eher gut anhört...

[quote="Cheetah"]Hallo Cello,

Aber was erwartet Euch im Zweifelsfall? Ein Land mit mehr Sonne, mit mehr Freiheit, eine kinderfreundliche Umgebung, ein lebenswerteres Leben in jedem Fall (meine Ansicht und Erfahrung nach 11 Jahren Uruguay).................

Ja genau das haben wir ja gesucht, nur wer hat da jetzt recht, bin ein bißchen verwirrt.

Grüße

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Pulp » Donnerstag 7. Juli 2016, 01:27

Hallo Cello,

ich bin erst seit ein paar Tagen hier im Forum und wühle mich Stück für Stück durch all die vielen Ansichten und Meinungen. Die Aussagen der Leute sind sehr unterschiedlich und widersprechen sich sogar bisweilen ein wenig, was wieder einmal gut zeigt, dass ein und die selbe Sache je nach Blickwinkel sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Was man in der Fremde findet hängt wohl nicht zuletzt davon ab was man dorthin mit sich nimmt und welche Erwartungen man hat. Auch wir (drei Personen) wollen im nächsten Jahr nach Uruguay auswandern. Da wir dort noch nie waren werde ich Ende des Jahres für ein paar Wochen dort hinfliegen um vor Ort herauszufinden in wieweit ich dort eine Chance habe ein Einkommen zu finden. Es wird sicher nicht leicht werden, und besonders am Anfang werden wir wohl auf einiges verzichten müssen, doch die Chance dem zu entkommen was in Europa offensichtlich auf uns zukommen wird ist jeden Einsatz/Opfer wert. Lieber schlafe ich in Uruguay mit der Knarre unter dem Kissen in einer armen Gegend als in Deutschland wo mir der Staat jede Möglichkeit für mich selbst einzutreten abspricht. Einbruch und Raub habe ich hier auch schon erlebt, allerdings leider ohne Knarre unter dem Kissen:) Ich wünsche Euch alles Glück bei Eurem Schritt über den Atlantik!! Hier solltet ihr nicht bleiben, schon alleine der Kinder wegen!


Liebe Grüße
Pulp
Freundlicher Benutzer
 
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Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon antaresuy » Donnerstag 7. Juli 2016, 02:49

Hallo,

mit 'ner Knarre unterm Kissen ist gut. Pass nur auf, dass Du auf die Leute im Schlafzimmer schiesst. Wenn es im Badezimmer ist, hätte es sein können dass er aufs Klo musste und wenn es in der Küche ist, hatte er möglicherweise hunger. Solche Dinge werden dann beim Richter auf den Tisch gelegt und dann bist Du der ins Gefängnis wandert. Die Justiz hier hat so seine Macken.

Es ist sehr gut dass Du selber kommst umselber zu urteilen. Wegen Job, kann ich Dir sagen, dass wenn Du kein Spansich sprichst, solltest Du wenigstens Englisch reden um Möglichkeiten in einem Callcenter in der Freihandelszone eine Job zu finden. Da kann man minimum 750 Dollar im Monat verdienen (in Dollar zahlbar).

Grüsse,
Peter Stross
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antaresuy
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478

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon ATA » Freitag 23. September 2016, 13:04

Cello hat geschrieben:Ein Grundstück 2 Hectar mit Häuschen 100m2, wo nicht weiter wie 1h Autofahrt von Montevideo weg ist(Muss nicht Top in Schuss sein;-)). Wo wir den Platz für Gärten und Tiere haben... (Strom bzw. Internet bräuchten wir!) Wollen uns ja so gut es geht früher oder später selber versorgen! (60000€)

Renovierungen, Möbel... Etc. 10000€

Ein Auto 5000€

Tiere, Zäune, Pflanzen, Werkzeug... 10000€

Verschiedenes 5000€

Bedenket, das solche Summen Begehrlichkeiten wecken können. Gerade, wenn man auf Hilfe fremder "Freunde" aus verschiedenen Gründen (fehlende Sprachkenntnisse, ungewohnte Bürokratieabläufe, alltägliche Erledigungen, Immobilien-, Kfz-kauf) um nur fünf zu nennen, angewiesen ist. Der "Überlebenskampf" in Uruguay kann, muss nicht, zu gewissen Ideenreichtum führen, der Euch letztlich gewaltig finanziell erleichtern kann.

Also ein gesundes Misstrauen ist zwingend. Euphorische Erwartungen gegen nüchternden Realismus tauschen. Papiere nicht pauschal und somit leichtsinnig zur Verfügung stellen, um eine absolute Abhängigkeit von "Freunden" zu vermeiden.
Leben und leben lassen!
ATA
Warteschlangen-Moderator
 
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Re: Arbeiten im Callcenter

Neuer Beitragvon herbie755 » Mittwoch 26. Oktober 2016, 18:24

Hallo, bin eben den Forum beigetreten. Mein Name ist Roberto, bin gebuertiger argentinier und lebe seit sechs Jahre hier in Uruguay.
Arbeite im Internetbereich als Kunden Support fuer verschiedene Unternehmen.
Da ich aber immer noch ueber Freizeit verfuege, wuerde mich interessieren nebenbei auch noch was bei einen callcenter zu machen.
Hat jemand irgendeinen link zu einen callcenter. z.B. in Zonamerica?
Danke!

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Dionysos » Mittwoch 2. November 2016, 17:15

Hallo liebe Uruguayer und alle die es werden (wollen),

ich hänge meine Gedanken an diesen Faden an, da Cheetah mit diesem Satz:
.und haut ab aus Europa, gebt Euren Kindern eine Zukunft! Vielleicht sehe ich zu schwarz, aber mit Kindern, und nicht nur da, ist es das beste aus Deutschland / Europa wegzugehen
den Nagel auf den Kopf trifft.
Was ist in kurzer Zeit aus dem Deutschland geworden, das wir und unsere Eltern mit Fleiß und Liebe aufgebaut haben: Kriminalität, Massenverdummung, Genderwahn, Billiglohn... die Liste bitte nach Belieben erweitern!
Insbesondere unsere Kinder haben hier keine Perspektive mehr. Sie werden Millionen von geistig unterbelichteten Bereicherern durchfüttern müssen und froh sein, wenn ihre Frauen nicht vergewaltigt werden. Wer will, kann sich mal ein Bild machen, was hier täglich so passiert: http://www.politikversagen.net/
Dann sind da noch die in wenigen Jahren nicht mehr existierende gesetzlichen Altersrente und die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen, Negativzinsen, geplantes Bargeldverbot.

Größte Sorge bereitet mir jedoch die stetig steigende Gefahr eines Weltkrieges. Gerade hier in Teuschland sitzen wir auf einem Pulverfass. Auf der Südhalbkugel hätte man da weit bessere Überlebenschancen, dort kommt nicht mal der Fallout hin!

Also, was hält meine Familie (noch) ab, um nicht abzuhauen?

- weniger die finanzielle Lage: Ich habe und nutze die Möglichkeit als Privatier zu leben.
- die Sprache, was aber ein lösbares Problem ist
- die Bequemlichkeit: "Uns geht es ja noch gut..."
- wiederum die Sorge um die Zukunft unseres Kindes: "Was soll er da mal werden / machen"? Unser Junior ist gerade mal 10.
- Man ist dann selber Ausländer mit entsprechend weniger Rechten, zumindest gefühlt.

Das Problem ist, dass man dazu neigt, noch abzuwarten, wie alles weiter geht. Dann kann es allerdings im Falle eines Krieges zu spät sein. Außerdem sind wir hier auf dem besten Weg zur DDR 2.0. Die Reisefreiheit trennt uns noch.

Ideal wäre es, einen Neuanfang in einer Gruppe Gleichgesinnter zu machen, um sich gegenseitig zu unterstützen - nichts anderes machen die Ausländer hier.
Kann doch nicht sein, dass der Spruch: Hüte dich vor Wellen und Wind und Deutschen, die im Ausland sind" immer und überall gilt?!

Nachdenkliche, aber herzliche Grüße an Euch

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon monika » Mittwoch 9. November 2016, 19:38

Hello an alle,

vielleicht helfen meine / unsere Erfahrungen.

wir stammen aus Österreich und waren vor exakt einem Jahr das erste Mal für 2 Wochen in Uruguay. Seit längerem machten wir uns über die Entwicklug in Europa Sorgen.

Ums abzukürzen - um Land und Leute kennenzulernen buchten wir über AirBNB und es hat uns hier ab dem ersten Tag gut gefallen. zuerst waren wir nahe Nuvea Palmiera und später nahe Atlandita. Unser Gastgeber war migrierter und pensionierter Amerikaner und hat uns erzählt, dass sein Freund und quasi Nachbar sein Haus am Strand verkauft und wieder in die USA geht. Obwohl wir kein Wort spanisch sprechen haben wir uns innerhalb von 3 Tagen entschlossen das Haus zu kaufen.
Der Papierkram hat fast ein Jahr gedauert und war auch honorar- und nervenaufwändig.
Aber nun sind wir stolze Besitzer eines Domizils in Uruguay. Noch pendeln wir zwischen Europa und Uruguay, planen aber unseren Hauptwohnsitz hierher zu verlegen und mindestens 4 Monate im Jahr (Tendenz steigend) hier zu leben UND wenn in Europa die Situation eskaliert können wir unsere Kinder nachholen. Leider wird dieses Szenario immer wahrscheinlicher.

Die Entscheidung hier ein Haus zu kaufen und zu migrieren ist zwar sehr spontan getroffen, aber noch keine Sekunde bereut worden.
Vieles ist hier anders. VerbindlicheTermine mit Handwerkern sind eher unverbindliche Absichtserklärungen - aber was soll´s - vielleicht der more easy way to live.

Unsere größte Herausforderung: wir müssen das mit dem Spanisch angehen. Größtes "Problem" die Leute hier sprechen zwar kein Deutsch und kaum Englisch sind aber sehr bemüht uns zu verstehen und amüsieren sich über unsere Versuche - also kein Leidensdruck.

Eurch würde ich raten den Schritt zu wagen. Leider sind auch wir überzeugt, dass Dionysos recht hat. Bald wird es in Deutschland / Europa ziemlich unangenehm und die Möglichkeit sich und seinen Kindern hier was zu schaffen sollte man zeitnah angehen. Eventuell ist es besser Vermögen und Besitz in Europa noch zu verkaufen solange es noch was wert ist und mit dem Erlös hier was Neues zu starten. Gott liebt vorbereiteten.

UND man braucht auch nicht jeden Schmarrn den uns die Werbung einredet.

Bezüglich deines Statements Dionysos "einen Neubeginn in einer Gruppe Gleichgesinnter" dürfen wir deponieren, dass wir an einem Erfahrungsaustausch Interesse hätten, wo in Uruguay lebst du?

Gerne hätten wir zu einer deutsch oder englisch-sprachigen Kommunity Kontakt also falls ihr hier tipps hättet bitte um Hilfe.

Liebe Grüße Fritz y Monika
monika
Freundlicher Benutzer
 
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Neu im Forum

Neuer Beitragvon ukschat » Dienstag 25. April 2017, 23:12

Hallo zusammen,
bin neu im Forum und finde diesen Thread höchst interessant.
Ich stelle mich kurz vor: 65 Jahre alt, demnächst Rentner, Ex- Kraftfahrer erlernter Beruf: Garten- und Landschaftsbau.. Ein Sohn - Student in Augsburg , vorher Lehre Garten - und Landschaftsbau.
Liebe Mitforisten, ihr sprecht mir nicht nur sowas von aus der Seele, sondern ich habe auch vor, mich spätestens im Oktober in Uruguay umzusehen.
Es würde mich freuen, wenn ich mich hier an einem Informations - und Gedankenaustausch beteiligen könnte.
Gruss, Michael

Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon Churrinche » Donnerstag 15. Juni 2017, 19:11

Hallo an alle :-)

Ein interessanter Aspekt, der hier immer wieder angeführt wird ist, dass anscheinend die Zudunftsaussichten für Europa (und hier vor allem jene für Deutschland) immer mehr der Beweggrund dafür sind, nach Uruguay auszuwandern. Fest steht meiner Meinung nach: Besser wird es hier in Europa nicht mehr werden, der Zenit ist überschritten und auch wenn viele noch damit bemüht sind ständig alles schön zu reden: In Wahrheit ist es längst zu spät um das Ruder noch herum zu reissen. Ich erkenne meine Heimatstadt nicht wieder, und es tut mir im Herzen weh, diesen Niedergang unserer Kultur mitansehen zu müssen. Um aber wieder zum Thema zurück zu kommen: Interessant finde ich diesen Aspekt weil ich sehe, dass es Menschen gibt, die ähnlich denken und ebenfalls ähnliche Schlüsse daraus ziehen, mit der Bereitschaft eine Entscheidung für Uruguay zu treffen.

Wir haben uns schon vor ein paar Jahren dazu entschieden in Uruguay ein Domizil aufzubauen. Dazu muss man nicht von heute auf morgen auswandern. Auch wir halten es so, dass wir die Zeit, die wir in Uruguay verbringen nach und nach ausweiten. Wenn es hier eines Tages eskalieren sollte, wird unsere Entscheidungsfindungsphase wesentlich kürzer sein, als jene der Masse, die sich erst im letzten Moment Gedanken dieser Art macht. Jedesmal nehmen wir Sachen von hier mitrüber (so kostet z.B. ein 2. Koffer mit Iberia nur so um die 70,- EUR). Accesoirs für unser Heim kaufen wir in Uruguay vorort (Geschäfte in Montevideo, Remates und über http://www.mercadolibre.com.uy/ ), Werkzeug kaufen wir das meiste ebenfalls vorort oder an der Grenze zu Brasilien. Da unser Domizil von Montevideo doch ca. 300 km entfernt ist und wir eher abgelegen (aber mit sehr, sehr netten Nachbarn) wohnen, haben wir uns beim letzten Aufenthalt auch ein Auto zugelegt. Hierbei ist zu bedenken, dass Uruguay keine Gebrauchtwagenimporte ermöglicht und die Preise für gute Gebrauchtwägen sehr hoch sind, weshalb ein Neuwagen, vorausgesetzt die Finanzen lassen das zu, durchaus überlegenswert ist. Für die Vollkaskoversicherung und das Patente bezahlen wir im Jahr ca. 1.500,- USD, das ist nicht gerade günstig, aber ein Mietwagen für einen längeren Aufenthalt ist trotz Rabatt auch nicht günstig.

Die Sprache ist der Schlüssel um Einheimische Freunde zu finden, jene schnell zu durchschauen, die nur dein Bestes wollen (nämlich dein Geld haha) und um sich wie ein Fisch im Wasser bewegen zu können. Darüber hinaus ist schon schön, auch abseits der Heimat tiefgehendere Gespräche führen zu können. Unsere Erfahrung ist, dass man sehr schnell integriert wird, wenn man spanisch spricht. Die Uruguayos sind Fremden gegenüber sehr offen und hilfsbereit!

Zur Sicherheit: In Montevideo sollte man wie in jeder Großstadt die Ratschläge der Einheimischen beachten (z.B. Abends nicht im Hafenviertel alleine rumspazieren) und eine gewisse Vorsicht walten lassen. In den Distrikten in der Nähe von Montevideo (Canelones, Maldonado) ist es in letzter Zeit auch etwas unsicherer geworden haben mir Einheimische berichtet. Am Land, dort wo wir leben, ist alles sehr ruhig und sehr sicher. Natürlich sind das Internet und die Erwerbsmöglichkeiten in der Stadt besser, aber diesbezüglich muss halt jeder seine persönlichen Prioritäten setzen.

Wir werden im November bis Anfang Dezember wieder in Uruguay sein, falls jemand einen Ausflug ins Nirgendwo machen möchte ist er/sie herzlich eingeladen uns zu besuchen (PN). @monika + fritz: Da ihr ja wie wir aus Österreich kommt, würden wir uns über einen Austausch selbstverständlich freuen.

Herzliche Grüße euch allen!
Churrinche
Freundlicher Benutzer
 
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Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon monika » Samstag 18. November 2017, 18:28

hola, ich hab per PN unsere Uru-HandyNR geschickt - habt ihr die Nachricht bekommen?
monika
Freundlicher Benutzer
 
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Re: Möglich oder Blauäugig

Neuer Beitragvon monika » Montag 2. April 2018, 18:38

Hola Churrinche

wir sind noch ca. 1 Monat in Uruguay - dann gehts wieder zurück nach Europa - wenn ihr noch Lust auf einen Info-Austausch habt meldet euch.

Fritz y Monika
monika
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