Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon gaucho » Dienstag 20. April 2010, 13:08

Das ist sicherlich aergerlich, aber moeglicherweise nicht vermeidbar.

Ich bin gestern auch durch die Altstadt gelaufen, wunderte mich, dass sogar Bauarbeiten durchgefuehrt wurden.

Und war eigentlich erstaunt, dass fuer meinen beschraenkten Verstand viele Geschaefte offen hatten.
Sogar eine Tierarztpraxis hatte fuer eine begrenzte Stundenzahl offen.

Fazit: Wenn es in Uruguay den Begriff "Rechtsanspruch" ueberhaupt im deutschen Verstaendnis gibt - an einem feriado hast Du das leider nicht .....

Kopf hoch, Ihr kriegt das schon hin ......
gaucho
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 20. April 2010, 14:31

Hola gaucho,

danke für den Zuspruch!

gaucho hat geschrieben:Ich bin gestern auch durch die Altstadt gelaufen, wunderte mich, dass sogar Bauarbeiten durchgefuehrt wurden.

Und war eigentlich erstaunt, dass fuer meinen beschraenkten Verstand viele Geschaefte offen hatten.
Sogar eine Tierarztpraxis hatte fuer eine begrenzte Stundenzahl offen.


Ja, wer mit einer in Deutschland geprägten Vorstellung von "Feiertag" an einem "Feriado" Leute arbeiten und offene Geschäfte sieht, ist natürlich überrascht. In Uruguay jedoch ist ein "Feriado laborable" fast wie ein Werktag. Das ist zumindest meine Erfahrung, und das habe ich auch gestern erwartet. Außerdem hatte man mir ja einen Termin für diesen Tag gegeben.

gaucho hat geschrieben:Fazit: Wenn es in Uruguay den Begriff "Rechtsanspruch" ueberhaupt im deutschen Verstaendnis gibt - an einem feriado hast Du das leider nicht .....


Das ist wohl richtig!

gaucho hat geschrieben:Kopf hoch, Ihr kriegt das schon hin ......


Ja, davon geh ich aus.

Saludos, Manfred
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon Cheetah » Dienstag 20. April 2010, 17:17

Wenn ich ueberlege, so war leider die Zeit durch das dazwischen liegende Wochenende auch sehr knapp. Und wer denkt dann noch an einen Feier-Montag, wenn man dazu noch einen Termin hat.

Ich hoffe Lisbeth und Sayrue gucken sich nun ganz gemuetlich im Land ein bisschen um, das Wetter passt ja nun wieder einigermassen.
Hallo Ihr beiden, wenn Ihr das lest: Kopp hoch...............das wird schon!

Liebe Gruesse
Rita
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon Hormiga47 » Dienstag 20. April 2010, 22:31

Manfred:
"Der Tag fiel auf einen Montag.
:lol: :lol:

Dann ist doch alles klar !!!
They don"t like monday.......

Gruss:Silvia
Hormiga47
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Die Maldonado-Experience

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 20. April 2010, 22:47

Hola Leute,

wo ich schon dabei bin etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern, hier noch ein wenig mehr.

Ein Geheimtipp für ganz Eilige, die die uruguayische Aufenthaltserlaubnis erhalten wollen, sind die Büros der Migrationsbehörde im Landesinneren, z.B. in Maldonado, "wo man einfach hingeht und keinen Termin braucht" wie in Montevideo. Vorletzten Freitag habe ich das zum ersten Mal mit einem Kunden ausprobiert. Wir sind getrennt dort hingefahren, da er anschließend einige Tage in La Barra verbringen wollte.

Um 12.00 Uhr waren wir vor der Einwanderungsbehörde verabredet. Zehn vor zwölf kam ich dort an. Erste Überraschung: Wenn ich nicht gewußt hätte, daß ich richtig war, hätte ich in der kleinen Bude, die ich da vorfand, nie eine staatliche Behörde vermutet. Zweite Überraschung: Als ich das Büro betrat, sah ich aus dem Augenwinkel eine kleine Aufschrift an der Glastür: "Inicio de trámites hasta las 12.00 hs.", was heißt: "Stellung von Neuanträgen bis 12.00 Uhr". Au weia, das hatte mir niemand gesagt, als ich dort angerufen und mich erkundigt hatte. Aber ich war ja zum Glück kurz vor zwälf angekommen, dachte ich hoffnungsfroh, und mein Einwanderer müßte ja auch gleich kommen. Wir waren per Handy in Kontakt gewesen.

Im Büro saßen zwei gelangweilte Damen. "Guten Tag", sagte ich, "wir kommen, um einen Einwanderungsantrag zu stellen. Der eigentliche Interessierte müßte jeden Moment eintreffen. Er war mit seinem Auto kurz hinter mir" <freundlich lächel>. "Wenn er vor zwölf kommt, kein Problem!", meinte die eine <schluck, bibber>. "Wir wußten nicht, daß das nur bis zwölf geht, und haben eine längere Anreise hinter uns", versuchte ich die Kuh vom Eis zu bringen.

"Ich kann ja auf jeden Fall mal die Unterlagen anschauen. Geben Sie die mal her", sagte die Dame <freu>. "Ich hab' nur einen Teil davon, den Rest bringt der Mann selber mit", sagte ich und reichte ihr das polizeiliche Führungezeugnis und den notariellen Einkommensnachweis. "Das Führungszeugnis ist ja schon gut vier Monate alt", beschied die Dame in kritischem Tonfall. "Ich weiß", entgegnete ich mit schwindender Hoffnung, "aber es darf ja bis zu sechs Monate alt sein", fügte ich so forsch wie möglich hinzu. "Wir akzeptieren nur Führungszeugnisse, die nicht älter als drei Monate sind", hörte ich die Dame sagen :( :o :shock: :cry:

"Der Mann müßte jetzt gleich kommen. Ich stell mich mal draußen hin, damit er mich sieht", sagte ich ohne auf ihr letztes Statement einzugehen, und verließ den Raum. Ich mußte erst mal tief durchatmen und wieder einen klaren Kopf bekommen.

Mein Kunde kam dann auch wenig später angefahren. Inzwischen war es so zehn nach zwölf. Nach einer kurzen Krisenbesprechung gingen wir siegentschlossen rein, frei nach dem Motto "Libertad o Muerte". Die Dame sah sich die restlichen Unterlagen an. "Die sind in Ordnung", befand sie, "aber trotzdem ist es jetzt schon nach zwölf, und das Führungszeugnis darf nicht älter als drei Monate sein" <schluck>.

Da hatte ich einen Geistesblitz. "Sie haben Recht", schmierte ich ihr Honig um den nicht vorhandenen Bart, "das war lange Zeit so. Inzwischen wurde jedoch die Frist auf sechs Monate erweitert." Und dann spielte ich meine Karte, die uns hoffentlich den Erfolg bringen würde: "Warum rufen Sie nicht in der Rechtsabteilung von Migración in Montevideo an und vergewissern sich?"

Diese Herausforderung wollte die Frau nicht auf sich sitzen lassen. Siegessicher stand sie auf und ging zum Telefon. Als am anderen Ende jemand antwortete, sprudelte sie los: "Polizeiliche Führungszeugnisse sind drei Monate gültig, stimmt's?" Und dann fiel ihr die Kinnlade runter... :mrgreen:

Zerknirscht kam sie wieder an den Tisch. Ich hatte Recht gehabt, und das war ihr wohl etwas peinlich. Um diese Scharte auszuwetzen, nahm sie dann den Einwanderungsantrag an. Wir hatten gewonnen!! :P "Aber nur ausnahmesweise", murmelte sie, "in Zukunft wissen Sie es: nur bis zwölf!" "Ja! Danke, sehr nett von Ihnen", war meine erleichterte Antwort.

Als sie fertig war, wollte ich das Aktenzeichen ("Número de expediente") erfahren und "den Schein für das Paßamt" bekommen, den man braucht, um die vorläufige Cédula machen lassen zu können. Da gab es dann wieder Überraschungen. "Wir schicken das jetzt alles nach Montevideo, wo die Unterlagen ungefähr am Mittwoch ankommen werden. Die versehen den Antrag mit einem Aktenzeichen, und alles Weitere müssen Sie dann dort holen" <baff guck>. "Wie, äh, dann können wir den Schein für das Paßamt jetzt nicht mitnehmen?" Ein Kopfschütteln war die Antwort.

In Montevideo erfuhr ich dann am Mittwoch: "Die Unterlagen kommen zwar nach ungefähr einer halben Woche bei uns an. Aber dann muß der Antrag erst einmal in das System eingegeben werden. Alles in allem kann das ungefähr zwei Wochen dauern."

Wieder was gelernt!

Saludos, Manfred
Zuletzt geändert von =MaBu= am Mittwoch 21. April 2010, 03:33, insgesamt 4-mal geändert.
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The Day After: Konsequenzen

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 20. April 2010, 23:38

Hola Leute,

nach dem gestrigen Flop mit sayrue und Lisbeth (siehe weiter unten in diesem Thread) und nach den Zitterpartien in Maldonado (der zweite Bericht steht noch aus) habe ich beschlossen mich auf so einen Heckmeck "In fünf Tagen muß alles erledigt sein" nicht mehr einzulassen. Das ist jetzt in keiner Weise irgendwie persönlich zu verstehen (dies an sayrue und Lisbeth). Ich selber hatte ja so einem "Expreßservice" zugestimmt.

Aber ich stelle fest, das ist ein fürchterlicher und unnötiger Streß für mich, und die Gefahr, daß irgend etwas schief geht oder etwas eintritt, womit man gar nicht gerechnet hat, ist einfach zu groß. Und dann hat man unzufriedene Kunden, auch wenn sie es vielleicht selbst nicht zugeben, und einen obergefrusteten Einwanderungshelfer (ich selbst), der viel Lauferei und Hektik hatte und am Ende in die Röhre guckt, selbst wenn ihm nichts anzulasten ist und er nichts falsch gemacht hat.

Sowas brauch ich nicht. Das ist kontraproduktiv für alle Beteiligten.

Wer über mich einwandern will, ist herzlich eingeladen, das zu tun - aber mit mindestens drei Wochen Zeit. An den 'freien' Tagen kann man ja was anderes machen oder wo hinfahren, sich das Land anschauen usw. Und am besten wäre es die Einwanderungsformalitäten dann abzuwickeln, wenn man schon in Uruguay lebt.

Saludos, Manfred
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon Cheetah » Donnerstag 22. April 2010, 01:16

Hallo Manfred,

ich denke eine zu knapp bemessene Zeit ist fuer JEDEN Einwanderungshelfer ein grosses Handicap. Es braucht beispielsweise mal nicht an der Einwanderungsbehoerde zu liegen, sondern man hat nur einen kleinen Unfall mit dem Auto. Alle Einwanderungshelfer haben irgendwann in den diversen Foren mal "ihr Fett weggekriegt", egal wie sie heissen. Dienstleistung ist immer ein schwieriges Unternehmen, weil man es den Leuten recht machen will und dann kommt irgend etwas unvorhergesehenes dazwischen.

Meist schreiben eben leider nur die Kunden wo es nicht geklappt hat, die Mehrzahl der zufriedenen Kunden die liest man dann leider nicht mehr.

Es ist immer schade wenn man negatives lesen muss und noch mehr wenn man die Leute sympathisch findet. Aber vielleicht hat es nicht sollen sein..........! Manchmal kommt ein Wink "von oben", der neue Plaene zunichte macht........und einen anderen Weg aufzeigt als den den man gerade plant.

Ich bin keine Kirchengaengerin, aber irgendwie kriegt man oft einen Wink mit dem Zaunpfahl "von oben" - mal zu einer Veraenderung, mal zum Bleiben wo man ist.............. - wer kann es wirklich richtig deuten.

Liebevolle Gruesse an Lisbeth und Sayrue und auch an Manfred..................

Rita
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon antaresuy » Donnerstag 22. April 2010, 14:07

Hallo alle,

gestern haben Kunden mit mir Kontakt aufgenommen. Es sind US Bürger, die am Dienstag zurückfliegen wollten. Während des Gespräches entschlossen sie sich die Aufenthaltsgenehmigung jetzt anzuleiern und verlegen ihren Flug um eine Woche. Ich sagte ihnen aber, dass dies nur möglich wäre, wenn sie mir in dieser Woche eine beglaubigte Heiratsurkunde vorlegen können und Beweise, damit mein Notar den Einkommensnachweis schreiben kann. Sie sagten, dass sie mir die beglaubigte Heiratsurkunde und die Beweise für Dienstag oder Mittwoch vorlegen können. Wenn Sie dies bis Mittwoch erreichen, kann man am Freitag den Antrag in Maldonado oder Colonia stellen. Da es US Bürger sind kann man das Führungszeugnis über Interpol beantragen und mit dieser Beweis kann man den Antrag dann auch stellen. Termin für Gesundheitszeugnis habe ich schon für Montag (hätte auch Morgen sein können) und für Intepol habe ich auch eben den Termin für Mittwoch um 11 bekommen.

Sie wissen aber genau, dass sie mir die Papiere bis Mittwoch beschaffen müssen, damit wir den Antrag am Freitag stellen können. Mit meiner Dolmetscherin habe ich schon gesprochen und sie übersetzt mir die Heiratsurkunde am selben Tag.

Es ist nicht unmöglich und alles kann vorher geplant werden. Ich habe schon des öfteren Anträge gestellt bei welchen die Person 5 Tage vorher kam und mir erst dann alle Papiere übergen haben. Feiertage irgendwelcher Art, werden für mich als solches betrachtet, da Banken - Ämter geschlossen sind und alles was mit Gesundheit zu tun hat wie an einem Sonntag betrachtet wird. Notar ist auch nicht am Wochenende oder Feiertage verfügbar, also brauche ich mindestens 2 Arbeitstage plus den Tag der Antragstellung um alles über die Bühne laufen zu lassen. Dolmetscher bekommt man auch am Wochenende zur Arbeit wenn man ein Sondergefallen verlangt, was ich selten tue aber immer wenn es notwendig ist.

Ich melde mich dann mit dem was vorgelaufen ist mit diesen neuen Kunden.

Grüsse,
Peter Stross
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon artesanco » Freitag 23. April 2010, 01:11

Hallo Manfred ,
habe deinen super Bericht ( Maldonado und Monttevideo ) mit einem lachenden Auge gelesesn!!!
Manfred hier erst einmal danke , danke für 4 Jahre tolle Hilfe und zusammenarbeit.
Wie du dich ja sicher noch erinnern kannst bin ich am 30 April 2006 nach Uruguay gekommen und
habe mit dir die Cedula en Tramite und die Cedula Residencia Legal gemacht !!!
Auch habe ich über dich eine Firma angemeldet.
Heute , am 22 April 2010 habe ich meine neue Cedula ( weitere 3 Jahre ) in der Hand !!!!
Die Vence der alten Cedula war am 16. 10 . 2010.
Wie du ja aus gesprächen weisst , brauche ich die neue Cedula die neue Drei-jährige in
einer wichtigen angelegenheit !!!!!!!
Viele deutsche und auch Uruguayos die ich angesprochen habe " geht es überhaupt das man eine
neue Cedula vor der Vence auf drei Jahre bekommt " meinten das geht nicht !!!!
Wenn eine neue Cedula vor der Vence dann bis zum Datum der alten ...
Nur Du hast mir gesagt " das geht , geht dort und dort hin und du bekommst die Cedula "
Und so habe ich es auch gemacht !!
War gestern in Montevideo , erster paso Calle Misiones , Zettel geholt , bezahlt und ab zum Passamt
um meinen Termin zu holen . Termin auf heute bekommen !!!!!!!!! 248.- pesos bezahlt !!!
Und heute " innerhalb 24 Std." die neue Cedula bis 2013 erhalten !!!!!!
Danke Manfred , danke Du hast auch da mich sehr gut beraten .....
Lass den Kopf nicht hängen , jeden Woche kommen nette Auswanderer nach Uruguay , die
deine Hilfe zu schätzen wissen .....................................
Mach es gut , wir bleiben in kontakt.
Artesanco :D :D

Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon antaresuy » Freitag 23. April 2010, 02:54

Hallo alle,

ich habe auch meine Erfahrungen in Maldonado. Ich habe mehrere Anträge in Maldonado vermittelt, sehr oft weil die Einwanderer fast zusammen mit dem Container kamen. Da war ein termin in Montevideo nicht mehr zu ergattern. Die einzige Lösung kam vom Einwanderamt, die mir sagten, wenn so was vorkommt geh nach Maldonado oder Colonia und stell den Antrag dort, da brauchst du keinen Termin. Ich machte es und es lief mehrmals gut.

Im Januar 2009 kamen neue Einwanderer und ich wusste schon, dass der Antrag in Maldonado sein sollte, weil der Container eine Woche in Montevideo eintraf (verdammte Hamburg-Süd, da geht es zu schnell). Also bereitete ich in 3 Tagen alles vor und wir fuhren nach Maldonado. Dort eingetroffen schauen sie sich die Papiere an und fragten wo die Einwanderer wohnten und ich deutete auf das Einkommensnachweis, wo drauf stand Montevideo und eine Adresse. Da sagte si ganz klar, "der Antrag muss in Montevideo gestellt werden, sie dürfen keine Anträge annehmen von Leuten die in Montevideo lebten. Ich stutzte und protestierte und da kam es heraus, dass diese Bestimmung erst eine Woche alt sei. So fuhr ich mit dem Wagen nach Montevideo und war um 12:30 im Einwanderamt um diese Aussage zu bestätigen. Nach 2 Stunden meldeten sie mir, dass jemand diese Bestimmung getroffen hat, aber dass nirgend wo steht wer sie getroffen hatte. Ich bekam aber sofort eine Lösung. Sie gaben mir einen Termin für den nächsten Tag als ganz spezielle Ausnahme. Problem diesmal gelöst.

Ein anderes Mal wollten die Beamten in Maldonado den Einkommensnachweis nicht annehmen, obwohl dieser nach schon gewohnten Usus geschrieben wurde. Da stand, dass der Einwanderer zu seinem Geld mit einer Bankkarte in den Automaten kommt (bestätigt von einer Notarin in Uruguay). Da meinte der Beamte dass es nicht erwähnt wurde das dies in Uruguay geschieht. Mein Kragen war am platzen. Ich sah die anderen Beamten und diese schüttelten den Kopf (sie konnten es auch nicht fassen). Ich bat den Beamten freundlich bitte in Montevideo nachzufragen, worauf die Antwortete: "Ich muss nicht in Montevideo anrufen, sie müssen die Papiere bringen so wie ich sie verlange." Ich sagte gut, wir sehen uns übermorgen. Am nächsten Tag war ich in Montevideo im Einwanderamt und habe freundlich gefragt ob der Einkommensnachweis Schwierigkeiten haben könnte, worauf ein Beamter und sein Chef mir bestätigten, dass dieser einwandfrei war. Da erzählte ich was mir in Maldonado geschehen war. Ich sagte ich würde den Einkommensnachweis korrigiern lassen, so wie es der Beamte in Maldonado haben wollte, was ich auch tat. Am nächsten Tag wieder ab nach Maldonado. Der Beamte war verschwunden und die Damen entschuldigten sich mehrmals über das Verhalten des Herren und sagten, dass sie nichts unternehmen konnten weil er ihr Vorgesetzte war, aber dass ich von Anfang an recht hatte. Ich verstand mich sehr gut mit den Damen in Maldonado,

Es gibt natürlich viele Anekdoten die erzählenswert sind, aber dies wird mit der Zeit kommen. Man könnte ja Bücher schreiben.

Gruss,
Peter Stross
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 27. April 2010, 00:43

Gracias, Peter,

für Deine Berichte, die mir irgendwie bekannt vorkommen ;) Du hast offenbar schon früher angefangen Leute auch nach Maldonado zu karren, und Deine ersten Erfahrungen erinnern mich sehr an meine.

antaresuy hat geschrieben:Es ist nicht unmöglich und alles kann vorher geplant werden.


Das kann es, und auch bei mir hätte es mit Lisbeth und sayrue geklappt, wenn nicht die "Feiertagserfahrung" mit dem geschlossenen medizinischen Institut dazwischen gekommen wäre. Ich hatte bisher nie Probleme mit Terminen, die ich von 'meinem' Institut bekommen habe, und auch nie welche mit "Feriados laborables". Die sind für mich bisher unter der Kategorie "fast wie Werktage" gelaufen, auf der Grundlage meiner persönlichen Erahrungen.

Du als Uruguayer hast das wahrscheinlich mit der Muttermilch eingesogen, daß man bei "Feriados labortables" aufpassen muß. Ich habe diese Erfahrung jetzt persönlich auf die harte Tour machen dürfen. "Wieder was gelernt", sozusagen :)

Natürlich habe auch ich Notare, Dolmetscher (bzw. Übersetzer, die Du sicherlich meinst; "Dolmetscher" übersetzen meistens live) und auch medizinische Labors, die für mich Sachen von einem Tag auf den anderen erledigen bzw. Termine von einem Tag auf den anderen vergeben, doch die Frage ist: Soll man sich als Einwanderungshelfer den Streß antun, alles über's Knie brechen zu müssen (und dabei das Rikiko einzugehen, daß etwas schief geht, das immer latent vorhanden ist)? Die Leute wollen doch einwandern. Dann kann man doch alles in Ruhe abwickeln, wenn sie erst mal hier sind, oder nicht?

Okay, das kann jeder EWH für sich selbst entscheiden, auch entsprechend der eigenen Situation und Notwendigkeiten.

Saludos, Manfred
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon antaresuy » Dienstag 27. April 2010, 01:05

...doch die Frage ist: Soll man sich als Einwanderungshelfer den Streß antun, alles über's Knie brechen zu müssen (und dabei das Rikiko einzugehen, daß etwas schief geht, das immer latent vorhanden ist)? Die Leute wollen doch einwandern. Dann kann man doch alles in Ruhe abwickeln, wenn sie erst mal hier sind, oder nicht?

Okay, das kann jeder EWH für sich selbst entscheiden, auch entsprechend der eigenen Situation und Notwendigkeiten.

Ich gehe oft Risiken ein, abert immer mit Vorwarnung an die Einwanderer. Da sag ich klip und klar, dass sich die Termine ändern können und dass vielleicht auch eine Antragstellung ausserhalb von Montevideo notwendig sein muss. Ich habe immer Rückendeckung in dieser Hinsicht.Ich weiss welche Termine flexibel sind und welche man einhalten sollte. Wenn ich das Risiko eingehe, dann habe ich vorher alles besprochen mit den Übersetzern und dem Notar. Ich habe schon öfters Anträge stellen lassen, bei welchen ich die Dokumente erst 5 Tage vor dem Antrag bekommen habe. Natürlich ist es Stress, aber es geht. Ich habe natürlich den Vorteil, dass ich in Montevideo wohne und nicht wie Manfred ausserhalb. Meine Übersetzer sind bei mir um die Ecke (egal welche Sprache) und die Notarin in der Stadt. Ich kann Dokumente am Samstag zu den übersetzern bringen und sie am Monta Vormittag abholen (habe ich schon einige Male gemacht, doch immer mit Absprache).

Grüsse,
Zuletzt geändert von antaresuy am Dienstag 27. April 2010, 23:17, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 27. April 2010, 22:49

antaresuy hat geschrieben:Ich habe schon ¨pfters Anträge stellen lassen, bei welchen ich die Dokumente erst 5 Tage vor dem Antrag bekommen habe.


Hola Peter,

natürlich geht es, aber wenn die Zeit nicht so knapp bemessen ist, ist das einfach besser.

Saludos, Manfred
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Das Neueste aus der Gerüchteküche

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 7. September 2010, 16:37

Oje, oje, Leute!

Also ich hab ja schon viele Gerüchte und abstruse Aussagen über mich gehört, aber bei dem, was mir gestern zu Ohren kam, wußte ich nicht ob ich vor Lachen losprusten oder nur noch sprachlos den Kopf schütteln sollte.

Ich soll unter Zuhilfenahme einer uruguayischen Polizeieinheit gewaltsam in die Deutsche Botschaft eingedrungen sein...!

Kinners, was soll denn solch ein Schwachsinn? Es ehrt mich ja, daß mir soviel Einfluß hier zugetraut wird, daß mir eine Polizeieinheit zur Verfügung gestellt werden könnte... Aber diese ganze Story ist doch von A bis Z nur krank. Wer sich das ausgedacht hat, war entweder besoffen oder bekifft oder beides.

Wie traurig und hohl muß das Leben eines Menschen sein, der Lügen über Andere erfindet, die er noch nicht einmal kennt.

Am Kopf kratz,

Manfred
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Re: Das Neueste aus der Gerüchteküche

Neuer Beitragvon Ralph » Dienstag 7. September 2010, 16:56

=MaBu= hat geschrieben:Ich soll unter Zuhilfenahme einer uruguayischen Polizeieinheit gewaltsam in die Deutsche Botschaft eingedrungen sein...!

Weltfremder geht's kaum.
Wie bist Du durch die Tür gekommen?
Mit 'nem Panzer?
:rofl: :kermit: :bootyshake: :pottytrain3: :violent1:
Liebe Grüße, Ralph
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Ralph
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Re: Das Neueste aus der Gerüchteküche

Neuer Beitragvon gaucho » Dienstag 7. September 2010, 17:11

=MaBu= hat geschrieben:
Ich soll unter Zuhilfenahme einer uruguayischen Polizeieinheit gewaltsam in die Deutsche Botschaft eingedrungen sein...!


Solange es nicht in unserer BLÖD-Zeitung steht, glaube ich es nicht - und wenns drinstünde, zunächst auch nicht.

Wer das aufgebracht hat, kommt wohl auch auf der Ofengabel dahergeritten.

Kopf hoch!

Gruß, gaucho
gaucho
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon Hormiga47 » Dienstag 7. September 2010, 17:47

Hab"s auch gerade in den hiesigen Nachrichten vernommen. :mrgreen: :mrgreen:

Ralph:
Wie bist Du durch die Tür gekommen?
Mit 'nem Panzer?


Natuerlich mit Manfreds Spezialauto
Gruss;Silvia


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Re: Das Neueste aus der Gerüchteküche

Neuer Beitragvon ATA » Dienstag 7. September 2010, 17:50

gaucho hat geschrieben:Wer das aufgebracht hat, kommt wohl auch auf der Ofengabel dahergeritten.

Nicht so viel Fantasie walten lassen. Oft sind es NUR Mitbewerber, die eine Konkurrenz schlecht darstellen will.
Oder Manni ist zum Polizeichef befördert worden. Aber das hätte er uns in seinem Uruguay-Magazin ausführlich (wie so oft!) mitgeteilt.
Leben und leben lassen!
ATA
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Re: Das Neueste aus der Gerüchteküche

Neuer Beitragvon =MaBu= » Dienstag 7. September 2010, 20:21

Hola Leute,

danke für eure erfrischenden Kommentare :D :P :D :P :D :P

Saludos, Manfred
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Re: Aus dem Leben eines Einwanderungshelfers

Neuer Beitragvon Cheetah » Dienstag 7. September 2010, 20:45

Hallo Manfred,

eigentlich kann man darueber nur lachen, wenn solch ein Schwachsinn verzapft wird :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:

LG
Rita
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