Liebe Hormiga,
ich habe lange überlegt, ob ich auf Dein Posting antworten soll, aber einige Dinge kann man nicht unkommentiert stehen lassen, finde ich.
Hormiga47 hat geschrieben:Aus diesem Grunde waren fuer mich die Landesbanken eigentlich schon immer uninteressant.
Man weiss nie, wie diese sich in Zukunft orientieren/anpassen.
Das mag z.B. auf die Landesbanken einiger afrikanischer Staaten zutreffen, wo es drastische Veränderungen der politischen Verhältnisse gab (Stichwort: Machtverschiebung von "weiß" nach "schwarz", banal ausgedrückt), oder auf Banken im Hindukusch, vielleicht auch auf Israel (das kenne ich zu wenig) - aber nicht auf Uruguay. Hier in Uruguay war die BROU immer die zuverlässigste Bank, und das wird sie auch nach der jetzt erfolgten Änderung der Kontoeröffnungsmodalitäten bleiben.
Als Staatsbank hat die BROU eine gewisse soziale Verpflichtung. Unsere Bankenkrise von 2002 war eine Krise von
Privatbanken, die betrügerisch pleite gemacht
wurden und ihre Einleger erst mal vor verschlossenen Türen bzw. unzugänglichen Konten stehen ließen. Der
Staat hat hier in Uruguay dafür die Verantwortung übernommen und dafür gesorgt, daß die Leute nach und nach wieder an ihr Geld kamen.
Außerdem: Was die BROU jetzt von Neukunden für die Eröffnung eines Kontos verlangt, das fordern die Privatbanken hier schon seit langem. Deswegen war es ja über all die Jahre viel einfacher bei der BROU ein Konto zu eröffnen als bei einer Privatbank, einmal abgesehen von den z.T. horrenden Mindesteinlagen, die manche Privatbanken hier verlangen. Hier geht man nicht wie in Deutschland mit fünf Euro auf eine Bank und eröffnet dort ein Konto. (Zumindest war das früher so in D. Als ich seinerzeit Abitur machte, habe ich von allen möglichen Banken 10-Mark-Gutscheine für eine Kontoeröffnung per Post zugeschickt bekommen.)
Vermutlich kam die entsprechende Anordnung an die BROU von der uruguayischen Zentralbank (Banco Central del Uruguay - BCU), die hier über das Schalten und Walten der Banken bestimmt. Auch die international tätigen Banken sind den Richtlinien des Banco Central unterworfen und können nicht machen, was sie wollen - wie in jedem halbwegs ziviliserten Land. Deswegen gibt es ja hier z.B. kein vollumfänglich funktionierendes Internet-Banking, wie man es etwa aus D kennt. Die uruguayische Zentralbank autorisiert das nicht.
Schlecht an den geänderten Kontoeröffnungsmodalitäten der BROU ist, daß es für viele Leute, insbesondere Neuankömmlinge, schwieriger wird ein Bankkonto zu eröffnen. Für so Manchen wird es nicht einfach sein einen Einkommensnachweis und Referenzen beizubringen, zumindest nicht ohne HIlfe.
Hormiga47 hat geschrieben:Dann lieber gleich zu einer internationalen Bank [Santander/Discount-Bank ] gehen und deren Geschaeftsbedingungen schon im Vorfeld via Internet abrufen!!!
Die internationalen Banken sind alles Andere als Wohltäter der Menschheit. Mehr will ich dazu jetzt nicht sagen. Jedenfalls haben sie keinerlei soziale Verpflichtungen wie die BROU. Denen geht es
nur um Profitmaximierung, und dafür gehen sie buchstäblich über Leichen.
Hormiga47 hat geschrieben:Diese Banken sind weltweit etabliert und haben ein System/Struktur.
Diese aendern ihre Geschaeftsgebaerden nicht alle Nase lang.
System und Struktur hat die BROU auch. Und wenn sie einmal in zig Jahren die Modalitäten für die Kontoeröffnung ändert, ändert sie ihr Geschäftsgebaren nicht alle Nase lang. Und die BROU ist auch an's Netz angeschlossen

Nix für ungut,
Manfred